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Nr. 04 / 2019Sozial- und Erziehungsdienst setzt erstes Ausrufezeichen

29.01.2019

Weit mehr als 2.000 Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen haben heute Vormittag Kitas, Schulen und Jugendämter der Stadt großflächig bestreikt. Dutzende Einrichtungen müssen bis mittags geschlossen bleiben; hunderte sind nur eingeschränkt geöffnet. Die GEW BERLIN hatte zum bundesweit ersten Warnstreik in dieser Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder aufgerufen, um den Forderungen des Sozial- und Erziehungsdienstes Nachdruck zu verleihen.

„Tausende Erzieher*innen aus den Berliner Kitas und Schulen haben sich heute versammelt. Wir stehen hier Schulter an Schulter mit vielen Eltern der Stadt und den Fraktionsspitzen der rot-rot-grünen Regierungskoalition. Unsere gemeinsame Botschaft an den Finanzsenator lautet: Erzieher*innen verdienen mehr!“, betonte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik, auf der GEW-Kundgebung auf dem Dorothea-Schlegel-Platz. Sie erinnerte an das Versprechen der letzten Tarifrunde, spätestens bei der Tarifrunde 2019 eine grundsätzliche Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes zu vereinbaren.

„Bei dem gravierenden Erzieher*innenmangel in der Stadt wäre es wirklich niemandem mehr zu vermitteln, wenn es Berlin nicht schafft, seinen Erzieher*innen ein Gehalt wie in Brandenburg zu zahlen“, unterstrich Udo Mertens, Tarifvorstand der GEW BERLIN und Mitglied der Verhandlungskommission. „Dies gilt auch für die Kolleginnen und Kollegen in den Jugendämtern und Regionalen Sozialen Diensten, denen das Wasser bis zum Halse steht. Der Finanzsenator muss jetzt liefern“. Mertens erinnerte daran, dass Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen in allen anderen Bundesländern in einigen Stufen gleich mehrere hundert Euro mehr im Monat verdienen, weil sie nach dem kommunalen TVöD und nicht nach dem TV-L bezahlt werden.

Die GEW BERLIN hofft auf das Verständnis aller vom Warnstreik betroffenen Kinder und ihrer Eltern und bedankt sich für die große Solidarität vieler Eltern.

„Wir unterstützen die Erzieher*innen in ihrem Kampf für eine gerechte Bezahlung“, erklärte Katharina Mahrt von der Eltern-Initiative Kitakrise. „Wir wissen, was die Erzieher*innen jeden Tag für eine wichtige und anspruchsvolle Arbeit machen. Diese Arbeit ist mehr wert!“.

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern eine Erhöhung der Tabellenentgelte im Gesamtvolumen von 6 Prozent, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Zudem fordern wir die Angleichung der Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder an die der Kommunen. Zum Verhandlungsauftakt am 21. Januar haben die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) die Forderungen der Gewerkschaften abgelehnt.

Mit rund 13.000 Beschäftigten arbeitet die Hälfte der bundesweit unter den TV-L fallenden Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes im Land Berlin.