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Nr. 37 / 2012Ländervergleichsstudie des IQB

05.10.2012

Heute wurde durch die Kultusministerkonferenz das Ergebnis einer Ländervergleichsstudie des IQB (Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen an der Humboldt-Universität Berlin) vorgestellt. Erstmals wurden für den Primarbereich Basiskompetenzen wie sinnerfassendes Lesen und Hören, Schreiben, Rechnen und mathematisches Grundverständnis unter Grund- und Förderschülern erfasst. In allen Bundesländern wurden Daten von 30.000 Viertklässlern aus 1.300 Schulen ausgewertet. Laut IQB wurden auch Angaben zum Unterricht erfragt sowie Schulleitungen, ausgewählte Lehrkräfte, Eltern und beteiligte Kinder befragt.

Medienberichte heben einen Kenntnisvorsprung in den südlichen Bundesländern hervor und verweisen auf die Schlusslichter Hamburg, Berlin und Bremen in diesem Vergleich. Der Mittelwert von 500 Punkten wird in den drei Grunddisziplinen von den Spitzenländern um etwa 5 Prozent überboten, die Stadtstaaten liegen maximal 10 Prozent darunter.

Das IQB hebt als Zielstellung der Untersuchung  hervor, dass die erhobenen Informationen dazu dienen würden, „die Lehr- und Lernbedingungen in deutschen Grundschulen im Überblick zu beschreiben und zu untersuchen, inwieweit und unter welchen Bedingungen eine optimale Förderung aller Schülerinnen und Schüler erreicht wird.“

Hartmut Schurig, Vorsitzender der GEW BERLIN dazu: „Abgesehen von der Fragwürdigkeit des Vergleiches eines Flächenlandes wie Bayern mit Stadtstaaten wie Hamburg, Bremen oder Berlin sind die Ergebnisse der Untersuchung wenig überraschend und gleichsam beachtenswert. Sie machen einmal mehr deutlich, dass einerseits die Schulen des Primarbereiches einer besonderen Förderung bedürfen, da hier die Basiskompetenzen der Schüler/innen entwickelt werden. Den vergleichsweise großen pädagogischen Herausforderungen, die sich gerade in den Großstädten konzentrieren, muss andererseits durch eine gezielte Förderung und eine erweiterte Unterstützung entsprochen werden. Die wesentlichen Ergebnisse der Studie zu den Ursachen und den zu folgernden notwendigen Lehr- und Lernbedingungen, die im Herbst 2012 veröffentlicht werden sollen, erwarten wir mit großem Interesse.“