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Nr. 25 / 2011Lücken reißen - Lehrkräfte fehlen - neue Konzepte müssen her

19.08.2011

Auch bei den Lehrer–„ Castings“ von Mittwoch bis Freitag dieser Woche hat sich vieles Bekannte und Vertraute erneut gezeigt. Trotz sorgfältiger Abstimmung zwischen der Senatsverwaltung und den BewerberInnen, lag die Quote der erschienenen Bewerberinnen in Relation zu den erwarteten unter der Hälfte. Mittwoch waren insgesamt von 95 geladenen 45 erschienen, Donnerstag waren es in der 1. Runde vier von neun.

Der Lehrermangel führt dazu, dass BewerberInnen sich sehr deutlich zu ihren Einsatzwünschen in Bezug auf Schulart und Region verhalten – ihr gutes Recht. Das aber wiederum hat zur Folge, dass die Schulen in Randlagen und in schwierigen Umfeldern, aber auch die Sekundarschulen, das Nachsehen haben. LehrerInnen mit der Ausbildung als Lehrer mit einem Wahlfach zum Beispiel präferieren den Einsatz in den Grundschulen.

Etliche Schulleitungen sind deswegen ohne neuen Kollegen an ihrer Seite in ihre Schulen zurück gekehrt und stehen mit ihren Kollegien jetzt vor der Herausforderung, den Schulalltag und insbesondere wenigstens den Unterricht der Stundentafeln abdecken zu können.

In den Runden zur Einstellung von StudienrätInnen sind mehr BewerberInnen erschienen. Am Donnerstag waren ca. 80 Schulleitungen da, 58 BewerberInnen, 53 wurden ausgewählt. Das heutige Verfahren läuft noch. Die Gymnasien haben weiterhin Probleme, Fachlehrer für Mathematik und naturwissenschaftliche Fächer zu finden.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Der Lehrermangel führt derzeit dazu, dass gerade die Schulen in schwierigen Umfeldern keine Lehrkräfte mehr finden. Diese Schulen, die aber ohnehin schon stark belastet sind, brauchen dringend alle ihnen nach Zumessungsrichtlinien zustehenden Lehrkräfte an Bord. Ansonsten können sie dem Bedarf an individueller Förderung aber auch Beratung und Zuwendung nicht nachkommen. Die Lücke reißt immer weiter auf und Ausgleich von Bildungsbenachteiligung kann überhaupt nicht mehr geleistet werden.

Nicht besser sieht es zum Teil in Randlagen und bei einzelnen Integrierten Sekundarschulen aus. Auch beim Fachbedarf in den Gymnasien. Es müssen neue Konzepte und Sofortmaßnahmen entwickelt und ergriffen werden. Die GEW BERLIN beginnt mit der intensiveren Diskussion dazu in der kommenden Woche und wird ihre Vorschläge mit der Senatsverwaltung beraten.“