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Nr. 02 / 2011CDU Reinickendorf - Zurück in die Steinzeit!

11.02.2011

Die Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf hat mit den Stimmen der CDU einen BVV-Beschluss vom Januar aufgehoben und damit verhindert, dass sich die Hannah-Höch-Schule und die Greenwich-Schule zu einer Gemeinschaftsschule weiterentwickeln. Damit wird die bisherige Linie der CDU Reinickendorf knallhart durchgezogen - Reinickendorf bleibt gemeinschaftsschulfrei und damit ein Hort der reinen CDU-Lehre! Die große Zustimmung der Eltern und der Kollegien beider Schulen wird dabei mit Füßen getreten.

Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: „Die CDU betont immer wieder, wie wichtig für sie Elternwille und Eigenverantwortung von Schulen sind. Wenn es ihr allerdings ideologisch nicht in den Kram passt, sind diese Bekenntnisse nichts mehr wert. Stattdessen erleben wir den Griff in die bildungspolitische Mottenkiste: Die Gemeinschaftsschule soll mit den Begriffen „Einheitsschule“ und „Experiment“ diskreditiert werden. Man könnte sich ja in der Praxis von der bildungspolitischen Qualität der Berliner Gemeinschaftsschulen überzeugen; statt dessen herrscht das blanke Ressentiment.“

Dass dies nicht nur die Linie der CDU Reinickendorf, sondern die der Gesamtpartei ist zeigt eine Presseerklärung der CDU vom 21. Januar 2011. Dort versteigt sich der bildungspolitische Sprecher der CDU, Sascha Steuer, zu der Aussage: „Die Qualität schulischer Bildung in den Gemeinschaftsschulen steht (...) in Frage.“ Auch er hat sich offensichtlich noch nicht die Mühe gemacht, eine der vielen in Berlin erfolgreich arbeitenden Gemeinschaftsschulen von innen anzusehen.

Rose-Marie Seggelke: „Heuchelei, Ahnungslosigkeit und Bürgerferne: Wie die CDU im Wahlkampf mit diesen Prinzipien bildungspolitisch punkten will wird ihr Geheimnis bleiben!“