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Nr. 39/2022

Kita-Jahr startet mit Ungewissheit – Senat muss Sprachförderung stärken

Die GEW BERLIN blickt mit großer Sorge auf den Start des neuen Kita-Jahrs. „Das neue Kita-Jahr beginnt, wie das alte zu Ende gegangen ist: Die Arbeitsbelastung der Berliner Kita-Erzieher*innen ist hoch und es ist keine Entlastung in Sicht. Zudem werden Kolleg*innen, die im Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ arbeiten, im Ungewissen gelassen“, kritisierte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Martina Regulin.

Der extreme Personalmangel macht es in den Kitas unmöglich, die pädagogischen Standards aufrecht zu erhalten, kritisiert die GEW BERLIN. „Es wird immer deutlicher, dass die pädagogischen Anforderungen des Berliner Bildungsprogramms in den Hintergrund treten. Oft geht es nur noch um Betreuung. Unter diesen Bedingungen werden Kindern schon beim Start in ihrer ersten Bildungseinrichtung wichtige Entwicklungschancen genommen. Dabei haben Kinder ein Recht auf Bildung von Anfang an“, erklärte die Leiterin des Vorstandsbereichs Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Christiane Weißhoff. Sie wies darauf hin, dass die Motivation vieler Kolleg*innen stark darunter leidet, dass ihre Arbeitsbedingungen über die Maße belastend sind und sie deutliche Abstriche bei ihren eigenen pädagogischen Ansprüchen machen müssen. „Die Kolleg*innen erfahren zu wenig Wertschätzung für ihre so wichtige Aufgabe“, so Weißhoff.

Die GEW BERLIN hat große Sorge, dass mögliche Entscheidungen auf Grund der Pandemieentwicklung sich stark auf die Arbeitssituation in den Kitas niederschlagen. Kolleg*innen fürchten um ihre Gesundheit, da sie zwischen den Belastungen und Ansprüchen zerrieben werden. Die Arbeitsbedingungen in den Berliner Kitas sind so unattraktiv, dass auch dringend benötigte Fachkräfte nicht ihren Weg in dieses Arbeitsfeld finden. 

Und als ob diese Situation nicht schlimm genug ist, platzte in die Urlaubszeit die Meldung hinein, dass das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ zum Ende dieses Jahres beendet wird. Kitas und Fachkräfte, die mit Unterstützung des Programms eine wertvolle Arbeit für Chancengleichheit von Kindern leisten, sind enttäuscht und bangen um ihre berufliche Zukunft. Die GEW BERLIN kritisiert die Politik der Bundesregierung, die zugesichert hat, die Bildungsausgaben zu erhöhen und das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ zu verstetigen. Um das Verantwortungsgerangel zwischen Bund und Ländern zu beenden, müssen schnellstmöglich Regelungen über ein Kita-Qualitäts-Gesetz verabschiedet werden.

Das erklärte Ziel der Berliner Regierungskoalition für die Zukunftshauptstadt ist die Überwindung von sozialer Benachteiligung und die Schaffung von Bildungs- und Teilhabechancen für Kinder. Dabei soll eine Priorität auf der Verbesserung der Sprachförderung und der Fokussierung auf sozial benachteiligte Kinder liegen. „Uns stellt sich die Frage, wie die Regierung dieses Ziel umsetzen möchte. Nur auf Gelder aus dem Gute-Kita-Gesetz zu warten, ist fahrlässig. Eine verbindliche Verstetigung von finanziellen Mitteln im Landeshaushalt für die Weiterführung der Sprachförderung wäre der richtige Weg“, forderte die GEW-Landesvorsitzende Regulin.

Kontakt
Markus Hanisch
Geschäftsführer und Pressesprecher
Privat:  030 / 219993-46