GEW - Berlin
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Nr. 12 / 20178.000 erhöhen Druck auf den Finanzsenator

14.02.2017

8.000 Lehrkräfte, Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen, Hochschulbeschäftigte und andere Angestellte im öffentlichen Dienst des Landes Berlin haben heute ganztägig ihre Arbeit niedergelegt. Viele Kitas und Schulen mussten geschlossen bleiben, nachdem die GEW gemeinsam mit den Gewerkschaften ver.di, der GdP und der IG BAU zum Warnstreik aufgerufen hatte.

„In Berlin klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander“, sagte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik bei der Streikkundgebung. „Die pädagogischen Herausforderungen in der Hauptstadt sind riesig und die Lern- und Arbeitsbedingungen sind schlecht. Und zu allem Überfluss bezahlt das Land Berlin noch mies“, ärgerte sich Siebernik. „Da ist es kein Wunder, dass es der Stadt immer schwerer fällt, qualifizierte Pädagog*innen zu gewinnen.“

Um Anschluss an die Bezahlung beim Bund und den Kommunen zu halten, fordern die Gewerkschaften eine Erhöhung der Tabellenentgelte im Gesamtvolumen von 6 Prozent, die Einführung einer Stufe 6 in den Entgeltgruppen 9 bis 15 und die Angleichung der Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder an die der Kommunen.

„Die Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes im Tarifvertrag der Länder ist mehr als überfällig. Ich empfinde es tagtäglich als riesengroße Ungerechtigkeit, dass meine Kolleg*innen in Brandenburg für die gleiche Arbeit bis zu 430 Euro mehr verdienen als ich“, erklärte Cem Erkisi, Erzieher in der Kita Emser Straße, der sich mit zahlreichen Kolleg*innen im Streik befindet.

„Für mich ist die Forderung nach einer Stufe 6 von großer Bedeutung, denn mit dieser zusätzlichen Stufe würde endlich unsere jahrelange Berufserfahrung honoriert und der Unterschied zur Besoldung der Beamt*innen etwas ausgeglichen“, betonte Matthias Schwartz, Lehrer an der Kopernikus-Schule, während der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor.

Der Tarifexperte der GEW BERLIN, Udo Mertens, rief Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen dazu auf, seinen Sympathiebekundungen für die Anliegen der Angestellten endlich Taten folgen zu lassen. „Herr Kollatz-Ahnen sitzt als Vize-Chef der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) am Verhandlungstisch und hat entscheidenden Einfluss darauf, was mit den Anliegen seiner Berliner Beschäftigten geschieht. Ausflüchte wird es nach der dritten Verhandlungsrunde keine geben“, machte Mertens klar.

Der heutige ist der erste von zwei Streiktagen. Heute zogen die Streikenden vom Alexanderplatz zum Pariser Platz/Brandenburger Tor, wo gegen 11:15 Uhr eine Kundgebung stattfand. Zentraler Treffpunkt des zweiten Streiktages morgen wird um 9:45 Uhr der Wittenbergplatz sein, von wo es in einem Demonstrationszug zum Rathaus Schöneberg gehen wird. Kundgebung ist hier ebenfalls gegen 11:15 Uhr.

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