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Nr. 40/2020Beschäftigte in Schulen und Kitas bleiben bei Schutzimpfungen außen vor

18.11.2020

Der Gesamtpersonalrat der allgemeinbildenden Schulen kritisiert die Entscheidung der Senatsbildungsverwaltung, Grippeschutzimpfungen und die Impfung gegen Pneumokokken nur den eigenen Verwaltungsmitarbeiter*innen zu ermöglichen und die Beschäftigten der Schulen und Kitas außen vor zu lassen.

Der Gesamtpersonalrat hatte sich gegenüber der Verwaltungsspitze dafür ausgesprochen, Schutzimpfungen auch für die Beschäftigten in Schule und Kita zu ermöglichen. „Wir erhielten von Staatssekretärin Beate Stoffers im Vorstandsgespräch die Antwort, dass laut Charité die Impfdosen nicht ausreichend seien und sich die Beschäftigten an ihre Hausärzt*innen wenden sollen“, sagte die Vorsitzende des Gesamtpersonalrats der allgemeinbildenden Schulen (GPR), Marion Leibnitz. „Diese jetzt öffentlich gewordene Ungleichbehandlung zwischen den Mitarbeiter*innen der Verwaltung und den Beschäftigten in den Schulen und Kitas ist ein weiteres Beispiel für das fehlende Augenmaß von Bildungssenatorin Sandra Scheeres“, kritisierte Leibnitz.

„Während die öffentliche Debatte um die Verkleinerung von Lerngruppen, um Maskenpflicht und zu volle Schulen und Kitas kreist, sorgt sich die Senatorin um ihre Verwaltung, die sich mit Einzelbüros und Heimarbeit deutlich besser schützen kann. Die Lehrkräfte und Erzieher*innen hingegen fordern seit Monaten verlässliche Regelungen zum Gesundheitsschutz, denn die Sorgen vor Infektionen, Quarantäne und Schulschließungen sind groß“, erklärte Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN.  

Siebernik betonte: „Die Senatorin sollte schon allein wegen der prekären Personalsituation in den Bildungseinrichtungen und der starken Überlastung der Pädagog*innen ein Interesse daran haben, dass den lebensälteren Kolleg*innen und denen mit Vorerkrankungen eine Impfung ermöglicht wird. Es ist zudem eine Frage der Wertschätzung, dass Frau Scheeres alles in ihrer Macht Stehende unternimmt, um den Gesundheitsschutz in den Bildungseinrichtungen zu vergrößern.“