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Nr. 47 / 2011Die Inklusion schwungvoll und bedarfsgerecht voranbringen

02.12.2011

Der morgige Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen wirft die Frage nach der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an den Berliner Bildungseinrichtungen auf. Das beginnt in den Kitas, die als offene Einrichtung für alle Kinder ausreichend und zusätzlich Erzieherinnen für die Integration benötigen, wie auch für die Schulen. Alle Einrichtungen müssen darüber hinaus sächlich und räumlich den Bedürfnissen der Kinder mit Behinderung angepasst werden, Barrierefreiheit ist das Stichwort.

Die Ausführungen im Koalitionsvertrag müssen deswegen kritisch unter dem Aspekt der Umsetzbarkeit beleuchtet werden. So ist eine Deckelung im Bereich Schule auf der Basis der Personalausstattung des Schuljahres 2011/12 unzureichend.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW Berlin: „ Seit Jahren haben wir in Berlin steigende Zahlen von SchülerInnen in der Integration. Bislang sind aber immer nur die Schülerinnen von den Sonderschulen in die allgemeinen Schulen gewan-dert und haben ihre LehrerInnen sozusagen zurückgelassen. Das hat das System allein seit dem Schuljahr 2008/09 über 180 Stellen gekostet. Erst jetzt soll sich das ändern und beide Systeme, die Regelschule und die Förderzentren gemein-sam betrachtet werden. Das Prinzip soll das der kommunizierenden Röhren sein. Wir stellen aber fest, was jetzt an Bord ist, ist deutlich zu wenig und schafft keine Gelingensbedingungen. Alle Bildungseinrichtungen, auch die Kitas, brauchen eine verlässliche verbesserte Ausstattung, um inklusiv mit aller Vielfalt werden zu können. Es geht hier um Glaubwürdigkeit und darum, Menschen mit Behinderungen so zu unterstützen, dass sie am Regelbetrieb zufriedenstellend teilnehmen können. Die GEW BERLIN steht hinter den Rechten der Behinderten, aber die Bedingungen müssen stimmen – für alle Beteiligten.“

Wegen der geringen Ressourcen und der Deckelung der Stellen bekommen Kinder mit Einschränkungen im Bereich Lernen, emotional-soziale Entwicklung und Sprache in der allgemeinen Schule zumeist nur noch 1,5 Lehrerstunden für die zusätzliche Förderung in der  Woche und selbst diese verschwinden in der Praxis oft wegen der ohnehin zu knapp bemessenen Personalausstattung im Vertretungsunterricht.

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