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Nr. 10/2020Erzieher*innen auf sich allein gestellt – Erweiterung des Betreuungsbetriebs sorgt für Fragen

23.04.2020

Die GEW BERLIN vermisst klare Vorgaben der Senatsbildungsverwaltung zur Umsetzung der Notbetreuung in den Kindertagesstätten. Während der Senat auf der einen Seite detailliert regelt, wer in den erweiterten Kreis der Notbetreuung aufgenommen wird, fehlen auf der anderen Seite verbindliche Vorgaben, wie die Öffnung der Kitas vor Ort umgesetzt werden soll. „Die engagierten Kolleg*innen in der Notbetreuung werden bei ihren Entscheidungen alleine gelassen“, kritisierte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik.

Die GEW BERLIN erlebt die Erzieher*innen in den Berliner Kitas als hoch motiviert, ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten. „Was viele jedoch vermissen, ist ein Zeichen der Wertschätzung“, unterstrich Siebernik.

„Wir wissen von Arbeitgebern, die verbieten ihren Kolleg*innen das Tragen von Gesichtsmasken und andere wiederum verlangen dies sogar“, stellte die GEW-Vorsitzende ernüchtert fest. „Wenn sich Erzieher*innen mehr mit dem Infektionsschutz als mit der pädagogischen Arbeit befassen müssen, dann läuft etwas schief“.

In vielen Kitas ist die Situation derzeit chaotisch. „Für die Öffnung des Ganztages in Schulen gibt es gleich gar keine Perspektiven. Die Kolleg*innen wünschen sich Klarheit und schützende Maßnahmen, um ihre Arbeit gewissenhaft machen zu können“, sagte Christiane Weißhoff, Leiterin des Vorstandsbereich Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit.

Natürlich sieht die GEW BERLIN auch die Arbeitgeber in der Verantwortung, ihrer Fürsorgepflicht für ihre Beschäftigten nachzukommen. „Dennoch brauchen wir wenigstens in den Bereichen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, beim Umgang mit Risikogruppen, dem Tragen von Gesichtsmasken, bei der Regelung zu den Gruppengrößen sowie bei Reinigungs- und Hygieneplänen verbindliche Aussagen seitens der Senatsverwaltung“, so Weißhoff weiter.

Die GEW BERLIN begrüßte außerdem die Entscheidung der Senatsbildungsverwaltung, die MSA-Prüfungen abzusagen. Aus gesundheitlichen wie pädagogischen Gründen hatte sich die GEW für die Absage ausgesprochen. Die Entscheidung der Senatorin ist ein gutes Signal an Schüler*innen und Eltern. 
 

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