GEW - Berlin
Du bist hier:

Nr. 45 / 2011Gemeinschaftsschule in Reinickendorf - blockiert die CDU erneut den Beginn?

30.11.2011

Zunächst schien alles klar zu sein. Auch Reinickendorf soll endlich nach jahrelangem, zähen Ringen mit Beginn des Schuljahres 2012/13 eine Gemeinschaftsschule im Märkischen Viertel erhalten. Für das Projekt hatten sich die Hannah-Höch-Grundschule und die benachbarte Greenwich-ISS bereits 2010 entschieden, gegen den erklärten Willen der Reinickendorfer CDU.

Diese hatte mit geheuchelter Fürsorge, nicht genügend Grundschulplätze am Standort Märkisches Viertel zu haben, das Projekt zunächst erfolgreich torpediert.

Nach dem bildungspolitischen Umschwenken der Bundes-CDU und dem Wahlergebnis zur Reinickendorfer BVV-Wahl vom September d.J., das zur Bildung einer Zählgemeinschaft von CDU und Bündnis 90/ die Grünen führte, schien der Deal perfekt. Die Bündnisgrünen wählten den CDU-Bürgermeister mit, dafür wollte im Gegenzug die CDU ihre Zustimmung zur geplanten Gemeinschaftsschule geben.

Ein entsprechender BVV-Beschluss wurde endlich am 16.11.2011 gefasst. Zeitnah sollten beide Schulen die schriftliche Zusicherung erhalten. Auf diese aber warten sie bis heute.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN:

"Die Schulen brauchen endlich Planungssicherheit. Das kann nicht von der Erkrankung der Bildungsstadträtin abhängen. Sie wollen den Oberschultag gut vorbereiten und die Eltern und Schüler/innen verlässlich informieren. Das Hin und Her muss ein Ende haben. Die Gemeinschaftsschule ist von den beteiligten Eltern und Schulen gewollt."

Misstrauen scheint angesagt, denn die Bezirksverfassung bindet das Bezirksamt nicht an BVV- Beschlüsse. Oder wird nur die 14-tägige Einspruchsfrist abgewartet? Es ist zu hoffen!

Den Schulen droht die Zeit davon zu laufen. Am 13.12.2011 findet in Reinickendorf die Oberschulmesse statt, bei der sich die weiterführenden Schulen mit ihren Profilen den Grundschüler/innen und ihren Eltern vorstellen. Im Februar 2013 erfolgen dann die Oberschulanmeldungen.

Sollte es beiden Schulen nicht gelingen, bis Mitte Dezember Planungssicherheit für ihr Projekt Gemeinschaftsschule zu haben, so besteht die Gefahr, dass sie ihr Vorhaben am 13.12.2011 nicht entsprechend präsentieren können, mit allen Konsequenzen, die das für die Anmeldezahlen zum kommenden Schuljahr haben würde.

Für eine erkrankte Stadträtin muss es einen Stellvertreter geben. Warum handelt er nicht und gibt den Schulen den notwendigen und lang ersehnten schriftlichen Bescheid?

Für Rückfragen steht Herr Michael Tlustek, Schulleiter der Hannah-Höch-Schule, Tel. 408 99960, zur Verfügung.

Zurück