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Nr. 20 / 2011GEW BERLIN fordert mehr Lehrerstellen für die gemeinsame Erziehung

16.06.2011

An vielen Berliner Schulen herrscht große Sorge und Unruhe, weil es erneut zu Kürzungen bei der Ausstattung der gemeinsamen Erziehung von SchülerInnen mit und ohne Behinderung kommen soll. Nach Informationen der GEW BERLIN soll die Zumessung für SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf - zum Beispiel in den Bereichen Lernen, emotional-soziale Entwicklung und Sprache - in einigen Bezirken für Grundschulen von 2,5 auf 2 Stunden pro Kind und in Oberschulen von 3 auf 2,3 gekürzt werden. Betroffen sind vor allem die Regionen Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg, die sich schon seit langem im besonderen Maße um die integrative Beschulung der SchülerInnen mit Behinderung bemühen.

Obwohl seit vielen Jahren der Anteil der SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die in allgemeinen Schulen integrativ gefördert werden, ständig steigt, ist die Lehrerstellenzahl für den gemeinsamen Unterricht seit 2005 gleich geblieben, sie ist „gedeckelt“. Folge: Für das Schuljahr 2011/12 sind etwa 500 SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf mehr in den allgemeinen Schulen zu erwarten, ohne dass eine einzige zusätzliche Lehrerstelle bereit gestellt werden soll.

Schon im Mai diesen Jahres hat die GEW BERLIN Senator Zöllner aufgefordert, mindestens 50 zusätzliche Lehrerstellen für die Integration bereit zu stellen, um zumindest die Ausstattung des letzten Jahres für die betroffenen SchülerInnen beziehungsweise Schulen zu gewährleisten.

Dies könnte sogar kostenneutral erfolgen, da seit dem Schuljahr 2003/04 der Lehrerstellenbedarf an den Sonderschulen um 223 Stellen gesunken ist und diese Stellen umgeschichtet werden können.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: „ Was soll aus der Entwicklung zu einem inklusiven Schulsystem werden, wenn schon die mindestens erforderlichen Mittel für die Integration nicht bereit gestellt werden. Die Schüler und Schülerinnen haben den Bedarf und dem muss Rechnung getragen werden. Die PädagogInnen wollen und brauchen vor Ort eine Chance, diese Kinder zu unterstützen und zu fördern. Das ist eine Investition in die Zukunftschancen dieser Kinder. Es würde auch die Annäherung an die UN- Konvention über  die  Rechte von Menschen mit Behinderungen glaubwürdiger machen.“

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