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Nr. 04 / 2018GEW vermisst Entlastungen beim Quereinstieg

31.01.2018

Die GEW BERLIN betrachtet die neue Lehrkräfte-Einstellungsrunde mit großer Sorge. Nur ein Viertel der zum Februar 2018 neu eingestellten Lehrkräfte an Berliner Grundschulen sind ausgebildete Grundschullehrkräfte. Über alle Schulformen hinweg beträgt der Anteil von Quereinsteiger*innen an den Neueinstellungen zum zweiten Schulhalbjahr 38 Prozent. Die Lage dürfte sich zudem weiter verschlechtern.

„Der Lehrkräftemangel spitzt sich mit jeder Einstellungsrunde zu. Die Qualität rückt dabei immer weiter in den Hintergrund“, stellte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN fest. „Die Senatsverwaltung muss jetzt alles dafür tun, die Schulen mit vielen Quereinsteiger*innen bestmöglich zu unterstützen“, so Erdmann.

„Die Senatsverwaltung muss es den Quereinsteiger*innen an unseren Schulen ermöglichen, gute Lehrkräfte zu werden. Dafür brauchen sie eine bessere pädagogische Anleitung, mehr Mentor*innenstunden und eine Reduzierung ihrer Unterrichtsverpflichtung“, erläuterte Erdmann. Er wies auf die extrem hohe Arbeitsbelastung der Quereinsteiger*innen hin, die neben einer Unterrichtsverpflichtung von 19 Stunden ihre berufsbegleitende Ausbildung zu absolvieren haben.

Der GEW-Vorsitzende stellte fest, dass die im Dezember 2017 vom Abgeordnetenhaus beschlossenen Entlastungen für Quereinsteiger*innen bisher nicht umgesetzt wurden. „Die Senatorin hat die Chance verpasst, jetzt zum zweiten Schulhalbjahr erste Maßnahmen zur Entlastung umzusetzen. Die Stundenermäßigung und der pädagogische Vorbereitungskurs müssen sofort kommen!“, betonte Erdmann.

Um die nötigen Verbesserungen umsetzen zu können, wird die Senatsverwaltung trotz Lehrkräftemangel mehr Personal einstellen müssen, davon ist die GEW BERLIN überzeugt. Zudem müssen die Studienkapazitäten zur Weiterqualifizierung von Quereinsteiger*innen deutlich ausgebaut werden, um die derzeit langen Wartezeiten zu verkürzen.

Die GEW BERLIN machte auch auf die ungleiche Verteilung der Quereinsteiger*innen aufmerksam. „Der Lehrkräftemangel trifft die Schulen in schwieriger sozialer Lage besonders hart“, so Erdmann. Bei den Neueinstellungen zum Februar 2018 verzeichnen die Bezirke Mitte (52%), Spandau (53%) und Neukölln (50%) erneut die höchsten Quereinsteiger*innen-Quoten. Hier muss der Senat aktiv steuern. Überlegungen, die Unterrichtsverpflichtung in sozialen Brennpunkten generell zu reduzieren, begrüßt die GEW BERLIN. Maßnahmen zur Arbeitsentlastung müssten jedoch für das gesamte pädagogische Personal und nicht nur für Lehrkräfte gelten, forderte Erdmann.