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Nr. 23 / 2015In Mitte fehlen hunderte Schulplätze

18.06.2015

Nach Informationen der GEW BERLIN fehlen im Bezirk Mitte mehrere hundert Schulplätze für Schulanfängerinnen und Schulanfänger im Sommer.

Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN, erklärt dazu: „Es ist schwer vorstellbar, dass in Mitte hunderte Schulanfängerinnen und Schulanfänger übersehen werden konnten. Es stellt sich die Frage, wie es zu einem solch schwerwiegenden Rechenfehler kam. Wir fordern die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft dringend auf, die Berechnungsgrundlage für die Bedarfe an Schulplätzen zu überprüfen. Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass in Berlin tausende Kitaplätze fehlen. Der Platzausbau wurde massiv vorangetrieben. Und jetzt werden aus Kitakindern Schulkinder. Dieses Hickhack um fehlende Schulplätze raubt den künftigen Schulkindern und ihren Familien die Vorfreude auf die Schule. Die pädagogischen Konzepte erfolgreich arbeitender Grundschulen dürfen nicht durch Schnellschüsse gefährdet werden."

Angesichts überraschend hoher Anmeldezahlen im Bezirk Mitte müssen nun kurzfristig hunderte Plätze für Schulanfänger*innen eingerichtet werden. Diese sollen offenbar auf Grundschulen im Bezirk in Form von jahrgangshomogenen Klassen verteilt werden. An Schulen, die seit Langem erfolgreich mit jahrgangsgemischten Anfangsklassen arbeiten, wird damit das Schulkonzept in Frage gestellt. Zudem ist völlig unklar, wo angesichts der aktuellen Bewerber*innenlage die Lehrkräfte für die neuen Klassen herkommen sollen. Die benötigten Räume stehen in vielen Schulgebäuden in Mitte nicht zur Verfügung.

Erdmann weiter: „Dem Senat fällt nun auf die Füße, dass in den vergangenen 15 Jahren dutzende Schulen in Berlin geschlossen wurden."