GEW - Berlin
Du bist hier:

Nr. 23 / 2017JA13 – Berlin setzt Maßstäbe bei der Bezahlung von Grundschullehrkräften

10.05.2017

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft wertet die Höhergruppierung der Grundschullehrkräfte in Berlin als historischen Erfolg mit bundesweiter Signalwirkung. „Seit Jahrzehnten kämpft die GEW dafür, dass Lehrkräfte gleich bezahlt werden – egal an welcher Schulform. Mit dem Senatsbeschluss von gestern ist ein weiterer Schritt der Vereinbarung der GEW BERLIN mit dem Finanzsenator vom August 2016 umgesetzt. Dieser Erfolg ist das Ergebnis der Arbeitskämpfe unserer Kolleg*innen in den letzten Jahren“, betonte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik.

Der Berliner Senat hatte am Dienstagnachmittag beschlossen, den Entwurf des Gesetzes über die Änderung des Landesbesoldungsgesetzes und des Lehrkräftebildungsgesetzes ins Abgeordnetenhaus einzubringen. Ab dem Schuljahr 2017/2018 werden damit alle Grundschullehrkräfte, die nach dem neuen Lehrkräftebildungsgesetz ab August 2014 ihr Referendariat begonnen haben, nach A13 bzw. E13 vergütet. Für die Berliner Kolleg*innen bedeutet die Höhergruppierung einen Gehaltssprung von 550 Euro brutto im Monat. Siebernik machte deutlich, dass Grundschullehrkräfte, die nach älteren Regelungen ihre Ausbildung beendet haben ebenso unter Anerkennung ihrer Berufserfahrung höhergruppiert werden. „Die dafür notwendigen Regelungen müssen nun zeitnah und unkompliziert in Kraft gesetzt werden.“

Zeitgleich hat der Bundesgewerkschaftstag der GEW in Freiburg einen Beschluss mit dem Titel „JA 13 – weil Grundschullehrerinnen es verdienen“ gefasst. „90 Prozent der Grundschullehrkräfte sind weiblich. Die GEW macht sich mit dem Ziel „A 13 für alle“ für Besoldungsgesetze stark, die die mittelbare Diskriminierung von Grundschullehrerinnen aufgrund des Geschlechts beenden“, betonte die Bundesvorsitzende der GEW, Marlis Tepe auf dem Gewerkschaftstag. „Berlin zeigt den anderen Ländern wie es geht und gibt der GEW bundesweiten Rückenwind. Die übrigen Bundesländer müssen nun auch ihre Besoldungsgesetze ändern und nachziehen. Die Arbeit der Grundschullehrkräfte muss endlich aufgewertet werden“, sagte Tepe.

Die rund 430 Delegierten aus dem gesamten Bundesgebiet waren sich einig, dass die wertvolle Arbeit der Grundschullehrer*innen in Deutschland nicht ausreichend anerkannt wird. Deutschland hat schon heute einen massiven Lehrkräftemangel in den Grundschulen. In Berlin haben zu Beginn dieses Schuljahres nur 18 Prozent der an Grundschulen eingestellten Lehrkräfte das entsprechende Lehramt studiert. „Die Anforderungen an die pädagogische Arbeit in den Grundschulen sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Es war überfällig, dass endlich anzuerkennen“, unterstrich Siebernik. 

Zurück