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Nr. 39 / 2012Start des Wintersemesters 2012/13 in den Berliner Hochschulen: Es wird immer enger.

15.10.2012

Die GEW BERLIN begrüßt die 31.500 Studentinnen und Studenten, die jetzt ihr Studium in Berlin beginnen und wünscht ihnen viel Erfolg!

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Der Start des Wintersemesters ist für die Berliner Hochschulen eine enorme Herausforderung und für die Lehrenden und alle Beschäftigten eine Kraftanstrengung. Aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge und des Aussetzens der Wehrpflicht haben sich noch einmal deutlich mehr junge Leute um einen Studienplatz in Berlin beworben. Berlin und die Erfolge der Universitäten im Exzellenzwettbewerb machen die Stadt zusätzlich attraktiv für Studienbewerber/innen aus aller Welt.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Studienbedingungen häufig alles andere als attraktiv sind. Stagnierende finanzielle Zuschüsse, Personalabbau, die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse und die seit Jahren völlig vernachlässigte bauliche und räumliche Ausstattung machen ein Studium in Berlin zur Belastungsprobe.“

Die GEW BERLIN weist darauf hin, dass die Berliner Hochschulen gravierende strukturelle Probleme haben. Während sich die Drittmitteleinnahmen seit dem Jahr 2005 fast verdoppelt haben, sind die Zuschüsse des Landes Berlin für seine Hochschulen um 6 % gesunken. Gleichzeitig gibt es heute über 30 % mehr Studienanfänger/innen als im Jahr 2005.

Sigrid Baumgardt: „Statt durch eine solide staatliche Grundfinanzierung müssen die Hochschulen ihre Leistungen zunehmend über befristete Sonderprogramme und Drittmittel abdecken. Das hat zur Folge, dass immer mehr Lehrende, wissenschaftliche Mitarbeiter/innen, aber auch Beschäftigte in Verwaltung und technischen Bereichen nur noch befristet beschäftigt sind. Lehraufgaben werden verstärkt durch nicht angestelltes Personal, die sogenannten Lehrbeauftragten erbracht. Eine kontinuierliche Betreuung der Studierenden ist so nicht möglich.“

Die GEW BERLIN erwartet von Senat und Abgeordnetenhaus, dass sie in den anstehenden Verhandlungen über die Hochschulverträge eine Trendwende hin zu einer aufgabengerechten finanziellen und personellen Ausstattung der Hochschulen einläuten. Dazu gehört auch, den Investitionsstau der letzten Jahre endlich abzubauen.