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Nr. 36 / 2011Koalitionsverhandlungen Kita: Politik steht vor großen Herausforderungen

01.11.2011

Auf den neuen Senat warten großen Herausforderungen: Es fehlen Tausende Kitaplätze, der Mangel an Erzieherinnen und Erzieher mit staatlicher Anerkennung hat die Tausend ebenfalls überschritten. Die GEW BERLIN erwartet von SPD und CDU umgehend wirksame Maßnahmen, um eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung für alle Kinder sichern zu können.

Dringend geboten ist nicht nur die Schaffung von zusätzlichen Kitaplätzen, sondern hohe Priorität hat auch die Frage, ob ausreichend Fachpersonal zur Verfügung steht. Schon heute können Plätze nicht belegt werden, weil in den Kitas nicht genügend Erzieherinnen und Erzieher vorhanden sind. Die erreichte pädagogische Qualität in der frühkindlichen Bildung muss gesichert und weiterentwickelt werden. Dafür ist es erforderlich, dass ausreichend Personal zur Verfügung steht und dass sich hierbei auch um Fachkräfte mit entsprechender Qualifikation handelt. Das anspruchsvolle Berliner Bildungsprogramm kann nicht in der erforderlichen Weise umgesetzt werden, wenn die Qualifikation des Personals nicht hinreichend gewährleistet ist. Die GEW BERLIN begrüßt die berufsbegleitende Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern, lehnt aber eine Anrechnung von in Ausbildung befindlichem Personal auf den Erzieherschlüssel ab. Es darf zu keiner Dauerlösung werden, dass bis zu 20 Prozent des Personals in den Kitas nicht ausgebildete Kräfte sind.

Die GEW BERLIN fordert deshalb, gezielte Werbemaßnahmen für den Beruf der Erzieherin / des Erziehers zu verbinden mit einer Erhöhung der Attraktivität des Berufes. Dazu gehören neben verbesserten Arbeitsbedingungen, eine verbesserte Bezahlung und eine höhere gesellschaftliche Anerkennung der Arbeit.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Geradezu kontraproduktiv und aberwitzig erscheint in dieser Situation des Platz- und Personalmangels die Überlegung, die fünf Kita-Eigenbetriebe in eine andere Organisationsform zu überführen, zentralisiert mit größerer Verwaltung. Außerdem müssen weitere Übertragungen auf freie Träger ausgeschlossen werden. Die GEW BERLIN fordert die künftigen Koalitionsparteien auf, sich klar für den Erhalt der Eigenbetriebe in der jetzigen Form auszusprechen. Wir brauchen mindestens ein Drittel der Kita-Plätze in öffentlicher Trägerschaft.“