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Nr. 25 / 2018Die Kitakrise bewegt ganz Berlin

26.05.2018

3.000 Menschen demonstrieren zur Stunde vor dem Brandenburger Tor für eine bessere Bezahlung von Erzieher*innen, für die Einhaltung von Qualitätsstandards in der frühkindlichen Bildung und den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Die Großdemonstration erhöht den Druck auf den Berliner Senat, die Lösung der Kitakrise endlich zur Priorität zu machen.

„Diese Krise bewegt die ganze Stadt und hoffentlich auch den Berliner Senat. Aussitzen ist nicht länger möglich!", erklärte Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN, vor dem Brandenburger Tor. „Berlin fehlen tausende Kita-Plätze und das hat einen Grund: Die Stadt findet keine Erzieher*innen mehr. Gehalt und Arbeitsbedingungen sind zu schlecht, angesichts der Ansprüche, die an die Arbeit der Erzieher*innen gestellt werden.“ Siebernik forderte den Senat auf, Verantwortung dafür zu übernehmen, dass Berliner Erzieher*innen so bezahlt werden wie in anderen Bundesländern.

„Der Mangel an Erzieher*innen führt dazu, dass sowohl die Qualitätsanforderungen als auch der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz nicht eingehalten werden“, stellte Elise Hanrahan, Initiatorin der Demo, fest. „Beides ist aus Sicht von uns Eltern nicht akzeptabel. So wie ich suchen tausende Eltern händeringend einen Kitaplatz! Es geht um unsere Kinder. Wir lassen uns nicht länger vertrösten. Wir haben ein Recht darauf!"

„Die Bedingungen, unter denen wir arbeiten, stehen in keinem Verhältnis mehr zu den Anforderungen an unsere Arbeit“, sagte Auyen Müller, Erzieherin im Kita-Eigenbetrieb Nord-Ost. Mit dem Fachkräftemangel verschärfe sich die ohnehin schwierige Lage immer weiter. „Sehr viele Kolleg*innen können einfach nicht mehr“, machte Müller deutlich.

Als erste Reaktion auf die Großdemonstration hat ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Trägerverbänden und Elternvertretungen Bildungssenatorin Sandra Scheeres bereits zur Einberufung eines Erzieher*innen-Krisen-Gipfels aufgefordert.