GEW - Berlin
Du bist hier:

Nr. 33 / 2017Studierende protestieren gegen „Lange Nacht der Ausbeutung“

26.06.2017

Während der Langen Nacht der Wissenschaften am 24. Juni haben studentische Beschäftigte der Berliner Hochschulen gegen ihre schlechte Bezahlung und die Blockadehaltung der Arbeitgeber in den aktuellen Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag (TVStud) protestiert. Die vorerst letzte Verhandlungsrunde war am 20. Juni ergebnislos beendet worden.

Bei der zentralen Eröffnungsveranstaltung der Langen Nacht der Wissenschaften an der Freien Universität (FU) nahm eine Gruppe von Studierenden Aufstellung hinter dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller. Die Botschaft der studentischen Beschäftigten lautete „Ohne uns läuft hier nix!“. Sie verweist auf die Bedeutung der 8.000 studentischen Beschäftigten für den Hochschulbetrieb. Müller äußerte sich indes mit keinem Wort zu dem Anliegen.

Am Abend protestierte eine Gruppe von über 100 studentischen Beschäftigten stundenlang vor dem Jakob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, der zentralen Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität (HU). Die Studierenden blockierten zeitweise den Zugang zum Gebäude. Der Ort wurde mit Bedacht gewählt, arbeiten in der Bibliothek doch inzwischen mehr studentische Beschäftigte als hauptberufliches Personal.

„Das Grimm-Zentrum steht beispielhaft für unsere Situation“, so Philipp Tolios von der gemeinsamen Tarifkommission der Gewerkschaften ver.di und GEW. „Ohne uns würde der Betrieb der Bibliotheken genauso zusammenbrechen wie die Lehre und die Forschung. Wenn es allerdings um unsere Bezahlung und unsere Arbeitsbedingungen geht, behandeln uns die Hochschulen wie ungelernte Hilfskräfte, die dankbar sein sollen, überhaupt einen Job zu haben.“

Diese Woche bildete den vorläufigen Höhepunkt in der sich seit Monaten hinziehenden Tarifauseinandersetzung. Bereits am Donnerstag, den 22. Juni konnte der Festakt zu Wilhelm von Humboldts 250. Geburtstag erst mit über 90-minütiger Verspätung beginnen. Studentische Beschäftigte hatten die Bühne besetzt und verließen den Saal erst wieder, nachdem HU-Präsidentin Sabine Kunst neue Verhandlungen und ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber zugesagt hatte.

„Wir haben die Ankündigung der Präsidentin der HU zur Kenntnis genommen und erwarten, dass ihren Worten jetzt auch Taten folgen“, sagte Tina Böhmer, studentisches Mitglied der Tarifkommission. Böhmer betonte: „Ein substanziell besseres Angebot, das auch auf unsere Forderungen eingeht, ist die Voraussetzung für weitere Verhandlungen. Ansonsten werden wir weiter mobilisieren und den Betrieb der Hochschulen stören.“

Zurück