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Recht & TarifEndlich gleiches Geld für gleiche Arbeit

Bildungssenatorin Scheeres hat eine Einigung bei der Höhergruppierung der Grundschullehrkräfte verkündet. Damit geht eine lange Tarifauseinandersetzung zu Ende.

05.06.2018 - von Doreen Siebernik und Udo Mertens

Der 8. Mai war ein guter Tag für alle Berliner Grundschullehrer*innen. Und er war ein guter Tag für ganz Berlin. Gemeinsam mit Bildungssenatorin Sandra Scheeres haben wir auf einer Pressekonferenz in der Senatsbildungsverwaltung die Höhergruppierung aller Grundschullehrkräfte in die Entgeltgruppe 13 zum 1. August 2019 verkündet. In die Höhergruppierung werden auch alle Lehrkräfte mit einem Wahlfach an anderen Schulformen, die »Lehrkräfte unterer Klassen« und die Sonderschullehrkräfte mit DDR-Ausbildung einbezogen. Damit ist ein langjähriger Tarifstreit erfolgreich zu Ende gegangen.

Diese Entscheidung ist ein historischer Schritt für eine gerechtere Bezahlung im Bildungswesen. Dabei geht es um viel mehr als »nur« um eine Gehaltserhöhung von 500 Euro. Der Aufstieg aller Grundschullehrkräfte in die A13 / E13 bedeutet die nachhaltige und unumkehrbare Gleichstellung mit den Lehrkräften an Gymnasien und Sekundarschulen. Der früher in Stein gemeißelte Grundsatz »Kleine Kinder – kleines Geld, große Kinder – großes Geld« wird in Berlin als erstem Bundesland ein für alle mal abgeschafft. Über 5.600 Berliner Lehrkräfte erfahren die längst überfällige Wertschätzung. Gegen alle Widerstände werden sich fast 30 Jahre nach dem Mauerfall nun auch die »Lehrkräfte unterer Klassen« mit DDR-Ausbildung auf Funktionsstellen bewerben können.

Die Fortbildungsverpflichtung wird keine Hürde sein

Wir begrüßen besonders, dass die Höhergruppierung ohne größeren Fortbildungsaufwand ermöglicht wird. Die Fortbildungsverpflichtung, die wir als Kompromiss 2016 vereinbart hatten, wird niederschwellig gestaltet. Die Regelung sieht vor, dass die Lebensleistung der Kolleg*innen berücksichtigt wird, indem die erforderlichen 30 Fortbildungsstunden unter Berücksichtigung von Studien- und Präsenztagen pauschal anerkannt werden. Nach dem Laufbahnwechsel haben alle betroffenen Lehrkräfte dann drei Jahre Zeit, um weitere 30 Fortbildungsstunden zu sammeln. Das sollte keine Hürde sein.

Wir begrüßen die Ankündigung von Frau Scheeres, auch der kleineren Gruppe der »Lehrkräfte unterer Klassen«, die erst seit 2016 als Lehrkräfte eingestellt wurden, eine Perspektive zu geben. Ihnen soll eine einjährige Qualifizierungsmaßnahme angeboten und nach einer sechsjährigen Bewährung der Aufstieg in die EG 13 ermöglicht werden.

Die Höhergruppierung soll laut Scheeres für alle Lehrkräfte nach zwei Jahren im höheren Amt auch versorgungsrelevant werden. Vor dem Ruhestand stehende Kolleg*innen könnten ihre Dienstzeit entsprechend verlängern.

Wir sind zufrieden

Wir konnten einen großen Teil unserer Forderungen durchsetzen. Auch wenn wir uns einen früheren Zeitpunkt zur Höhergruppierung vorgestellt hatten, sind wir zufrieden. Die GEW BERLIN wird jetzt sehr genau auf die konkrete Umsetzung der Einigung schauen. Sobald uns detaillierte Informationen vorliegen, werden wir euch umfassend informieren.

Wir danken den Kolleg*innen, die für unsere Forderungen auf die Straße gegangen sind. Dieser historische Erfolg, mit dem Berlin bundesweit ein Zeichen setzt, ist eurem Engagement zu verdanken! Und er ist eine Anerkennung für die großartige Arbeit, die ihr in den letzten Jahren geleistet habt!