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WahlprogrammeUnter die Lupe genommen

Im September sind Senatswahlen in Berlin. Wir fassen die Vorstellungen der verschiedenen Parteien für den Bereich Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit zusammen.

01.09.2021 - von Ronny Fehler

Wir haben uns die Wahlprogramme zur Wahl des Abgeordnetenhauses im September im Bereich der Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit angesehen. Um die vielen Inhalte so übersichtlich wie möglich abzubilden, beleuchten wir die jeweiligen Wahlprogramme nach den folgenden drei Kategorien: Kita, Ganztag und Jugendhilfe. Uns geht es aus Platzgründen nur um die jeweiligen Kernaussagen, die auch konkrete Verbesserungen mit sich bringen würden. Da sich unter den vielen genannten Punkten auch Doppelungen zwischen den Parteien befinden, wurden hier stellenweise die Unterschiede hervorgehoben.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Im Wahlprogramm der SPD wird deutlich, dass sie es sich zum Ziel gesetzt hat, die Bildungseinrichtungen und die Jugendhilfeangebote barrierefrei zu gestalten. Hierbei geht es neben den Ausbau von Kitaplätzen insbesondere darum, mehr Teilhabe auch durch multiprofessionelle Teams zu ermöglichen. So strebt die SPD zusätzliches therapeutisches oder auch pflegerisches Personal in den Bildungseinrichtungen an.

Darüber hinaus soll sowohl in der ergänzenden Förderung und Betreuung als auch im Kitabereich der Personalschlüssel angehoben werden. Für den Kitabereich ist hier ebenso eine Verbesserung des Leitungsschlüssels angedacht.

Gleichzeitig strebt die SPD auch eine transparente, verpflichtende und datenbasierte Evaluation der Kitas an, um die Qualität in den Einrichtungen zu verbessern.

Um dem quantitativen Ausbau der Ganztagsbetreuung nun auch inhaltlich gerecht zu werden, soll neben der angestrebten Verbesserung des Personalschlüssels die Verzahnung von unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angeboten vorangetrieben werden und die Teamarbeit aller Beschäftigten an Schulen gefördert werden.

Für den Jugendhilfebereich sieht die SPD eine große Verantwortung bei den Jugendämtern, welche hinsichtlich ihrer Ausstattung entsprechend personell und finanziell ausgestattet werden sollen.

Christlich Demokratische Union Deutschlands

Die CDU will den Ausbau von Kitaplätzen beschleunigen – durch gezielte und unbürokratische Unterstützung bei baulichen Maßnahmen soll das erreicht werden. Kostenerstattungen durch das Land Berlin für den Kitaplatzausbau durch freie Träger sollen auf 95 Prozent der vermutlichen Mindestkosten angehoben werden.

Solange noch nicht ausreichend Kitaplätze vorhanden sind, setzt die CDU auf die Kindertagespflege, welcher es ermöglicht werden soll, ihre Angebote leichter und unbürokratisch anzubieten. Hinzu sollen die Kosten für selbstorganisierte Betreuungsformen, die auf Grund von fehlenden Kitaplätzen geschaffen wurden, erstattet werden.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen haben sich mit unterschiedlichen Arbeitsbereichen der Bildungs- und Sozialen Arbeit auseinandergesetzt und aus Sicht der GEW BERLIN viele Aspekte aufgegriffen, die auch wir fordern. So ist für alle Bereiche erkennbar, dass sie die Bildungseinrichtungen gegen Ausgrenzung wappnen wollen und somit die Inklusion vorantreiben. Dieses Ziel wollen sie im Kitabereich durch einen Ausbau der Kitaplätze und mit mehr Fachpersonal erreichen. Weiter soll dies durch eine Qualitätsentwicklung einhergehen, die es ermöglicht, die Kinder individueller zu betreuen.

Ebenso wird für die Ganztagsschulen ein besserer Personalschlüssel in der ergänzenden Förderung und Betreuung angestrebt und verbindliche Qualitätsstandards sollen erarbeitet werden.

Bezogen auf die klassische Jugendhilfe wollen sich die Grünen dafür einsetzen, dass soziale Projekte dauerhaft finanziert werden, um somit für verlässliche Hilfestrukturen zu sorgen. Weiter wird eine Tarifbindung beziehungsweise Tariftreue angestrebt. Das hätte darüber hinaus auch Auswirkungen für die Beschäftigten. Unbefristete und sichere Arbeitsplätze könnten daraus resultieren und eine bessere Bezahlung ist zu erwarten. Unterstützend sollen frühe Hilfen verstärkt werden und intensiver im Sozialraum verankert werden.

Die Linke

Der Ausbau und die personelle Ausstattung der Berliner Kindertagesstätten ist auch für die Partei Die Linke ein Schwerpunkt. Die Schaffung von zusätzlichen Kindertagessplätzen durch mehr Personal und mehr Einrichtungen soll hierbei insbesondere durch eine besondere Förderung der Kita Eigenbetriebe erreicht werden. Ein wesentlicher Aspekt ist die qualitative Verbesserung des Quereinstiegs, der besser begleitet und als Unterstützung wahrgenommen werden soll.

Als wichtigen Aspekt für die gelingende Ganztagsschule sollen die Zumessungsrichtlinien dahingehend geändert werden, dass Teamstunden für alle Pädagog*innen, ein verbesserter Personalschlüssel und weitere personelle Unterstützung ermöglicht werden. Damit geht auch einher, dass sich alle Pädagog*innen auf ihre pädagogische Arbeit verlässlich vorbereiten können.

Für eine Weiterentwicklung der Ganztagsschulen wird insbesondere die Schulsozialarbeit als wesentlicher Punkt herausgearbeitet. Hier sollen die Schulen mit mehr Sozialarbeiter*innen ausgestattet werden und hierfür ebenso Stellen im öffentlichen Dienst geschaffen werden.

Im Bereich der Jugendhilfe will die Partei Die Linke insbesondere eine verbindliche Fallzahlbegrenzung der Sozialarbeiter*innen in den Regionalen Sozialen Diensten in Höhe von 1 zu 65 realisieren und gleichzeitig die Personal- und Sachausstattung regelmäßig auf ihre Bedarfsgerechtigkeit hin überprüfen.

Um die Arbeitsbedingungen der vielen Sozialarbeiter*innen zu verbessern, wird im Bereich der zuwendungsfinanzierten Projekte ein Landestarifbindungsgesetz vorgeschlagen.

Freie Demokratische Partei

Mit dem Ziel der Chancengleichheit misst die FDP dem Bildungssystem eine besondere Rolle zu. Den Ausbau von Kindertagesstätten will die FDP insbesondere durch die freien Träger der Jugendhilfe realisieren. Hierzu sollen zusätzlich eine vereinfachte Finanzierung erarbeitet und Verwaltungshindernisse abgebaut werden. Neben der Verbesserung des Personalschlüssels in den Kindertagesstätten sollen Quereinsteiger*innen nur nach verpflichtenden Vorbereitungskursen eingestellt werden dürfen.

Damit alle Kinder ihre Chancen entfalten können, setzt die FDP darauf, die Kinder durch intensive und individuelle Betreuung, Diagnose und Entwicklung zu fördern. Hierzu gehört auch die Einrichtung eines verpflichtenden Schulvorbereitungsjahrs mit eindeutig definierten Lernzielen.

Im Rahmen der Eigenverantwortlichkeit der Schulen sollen diese mehr Autonomie bei der Gestaltung von bedarfsgerechten multiprofessionellen Teams erhalten.   

Vergleich Wahlprogramme (bitte aufklappen)
Hinweis: Die Seitenzahlen beziehen sich auf die Langversionen der Wahlprogramme der Parteien:
Die Linke (PDF)
Bündnis 90/Die Grünen (PDF)
SPD (PDF)
CDU (PDF)
FDP (PDF)

Die Linke

  • Wir wollen den Rechtsanspruch auf vorschulische Förderung in Kitas und in der Tagespflege sicherstellen, in quantitativer und qualitativer Hinsicht. Fast 50.000 Plätze wurden geschaffen. Das reicht trotzdem nicht aus. Den Weg des Ausbaus wollen wir fortsetzen, die erreichte Gebührenfreiheit beibehalten und dabei den Schwerpunkt stärker auf die Qualitätsentwicklung legen (78)
  • Wir wollen das Landesprogramm für den Kitaausbau fortsetzen und bis zum Jahr 2025/26 zusätzlich ca. 26.000 Plätze schaffen. Die dafür vorgesehenen Landesmittel in Höhe von 160 Mio. Euro wollen wir dafür zusätzlich erhöhen. Neben der Förderung des Neubaus wollen wir verstärkt auch in die Sanierung und Modernisierung, insbesondere in die Barrierefreiheit bestehender Kitas investieren. Wir wollen, dass die Landesfördermittel allen Trägern, auch den kommunalen Kitaeigenbetrieben, offenstehen. Dafür wollen wir den Kitaeigenbetrieben die Möglichkeit eröffnen, in begrenztem Umfang Kredite aufzunehmen. Perspektivisch wollen wir den Landesanteil am Platzangebot auf ein Drittel des Platzangebotes erhöhen. Künftig wollen wir die Bezirke als Bauträger von Kitas stärken. Der Neubau von Kitas soll in den Investitionsplanungen der Bezirke stärker berücksichtigt werden. Die Zuweisungen an die Bezirke für Investitionen wollen wir entsprechend erhöhen. Wir wollen zielgerichtet in den Kitaausbau in jenen Stadtquartieren investieren, wo die Inanspruchnahme vorschulischer Förderung von Familien und Kindern mit sozialer Benachteiligung noch zu gering ist. Die in der vergangenen Wahlperiode geschaffene Möglichkeit einer Brennpunktzulage wollen wir in ein Brennpunktbudget umwandeln, das Kitaträgern und Einrichtungen die Möglichkeit eröffnet, die Mittel flexibler einzusetzen. Damit folgen wir einer Forderung der Kitaträger (78)
  • Ausreichend Kitaplätze sind die wichtigste Voraussetzung für die Realisierung des Rechtsanspruchs jedes Kindes und für die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir wollen, dass das Wunsch- und Wahlrecht wieder Ausgangspunkt für die Kitaentscheidung der Eltern wird. Beim Zugang wollen wir für mehr Transparenz und Gerechtigkeit Sorge tragen. (78-79)
  • Der Kita-Navigator schafft nicht mehr Plätze, aber wir wollen dafür sorgen, dass er als Instrument zur Information und Unterstützung bei der Suche nach einem passenden Platz weiterentwickelt wird. Die Bezirke wollen wir stärker in die Lage versetzen, den Zugang zu steuern. Wir wollen mit verbindlichen und einheitlichen Kriterien, die wir gemeinsam mit Eltern und Trägern entwickeln wollen, die Platzvergabe erleichtern. Die vorrangige Berücksichtigung von Geschwisterkindern und die Wohnortnähe sind Beispiele für solche Kriterien. (78-79)
  • Wir wollen es ermöglichen, dass die Jugendämter auf einen bestimmten Anteil von Plätzen der Einrichtungen in freier Trägerschaft und der Kitaeigenbetriebe ein vorrangiges Zugriffsrecht haben – u. a. zur Gewährleistung des Kinderschutzes und in Härtefällen. Das Freihalten einer bestimmten Zahl von Plätzen wollen wir finanzieren. (78-79)
  • Wir wollen schrittweise den noch verbliebenen Eigenanteil von 5 Prozent der Kitaträger zur Finanzierung der Plätze abschaffen (78-79)
  • Die fachlichen und personellen Ausstattungsstandards müssen es ermöglichen, das Berliner Kita-Bildungsprogramm in jeder Einrichtung umzusetzen. Wir wollen eine vorbehaltlose Umsetzung des Anspruchs auf inklusive Förderung von Kindern mit Behinderungen und die Qualifizierung der individuellen Sprachförderung – unabhängig von der Herkunftssprache der Kinder – garantieren.Wir wollen weitere Qualitätsverbesserungen in der Personalausstattung vornehmen. Ziel ist die Zuständigkeit einer Fachkraft für drei Kinder bei allen Kindern unter drei und die Freistellung der Kitaleitungen ab einer Kinderzahl von 80 in einer Einrichtung. Dabei wollen wir die besondere Situation kleiner und kleinster Einrichtungen gesondert berücksichtigen. Auch Erzieher:innen in Kitas muss ein fester Stundenanteil für Tätigkeiten wie Dienstbesprechungen, Elternarbeit, Beobachtung und Dokumentation (mittelbare pädagogische Arbeit) eingeräumt werden.Die zur Deckung des Fachkräftebedarfs in den letzten Jahren geschaffenen Möglichkeiten des Quereinstiegs und der berufsbegleitenden Ausbildung müssen mit einem umfassenden Angebot zur Qualifizierung einhergehen. Dafür wollen wir die Angebote der Fortbildungsstätte Berlin-Brandenburg gezielt ausbauen und für die Beschäftigten Anspruch und Zeit zur Nutzung der Angebote schaffen. Quereinsteigende sollen in den ersten zwei Jahren nicht vollständig auf den Personalschlüssel angerechnet werden.Wir wollen dafür sorgen, dass auch künftig in der Kita-Rahmenvereinbarung verankert wird, dass die Beschlüsse der Tarifgemeinschaft der Länder für den Sozial- und Erziehungsdienst vollständig für den Kitabereich übernommen werden. Dies soll auch für alle anderen Bereiche der Kinder- und Jugendhilfe im Land Berlin und in den Bezirken gelten.Wir wollen eine Qualitätsinitiative in der Ausbildung in Gang setzen. Den Anteil der staatlichen Schulen an der Ausbildung von Erzieher:innen und Sozialpädagog:innen wollen wir erhöhen. Für private Schulen für Sozialwesen sollen die gleichen Qualitätsstandards gelten wie für staatliche Schulen. Dazu werden wir mit allen Einrichtungen, die Erzieher:innen und Sozialpädagog:innen ausbilden, Zielvereinbarungen zur Qualitätssicherung abschließen, auch im Bereich des Quereinstiegs und der berufsbegleitenden Ausbildung. Der Abschluss solcher Zielvereinbarungen soll künftig Voraussetzung für die staatliche Förderung und Genehmigung der Ausbildungsgänge sein. Wir  wollen  die  Ausbildung  von  Kindheitspädagog:innen  auf  akademischem  Niveau  ausweiten.  Damit  wollen  wir  den  Fachkräftebedarf  in  Forschung  und  Lehre  und  in  Management  und  Fachberatung  im  Bereich  der  pädagogischen  Arbeit  in  Kitas  jetzt  und  künftig  sichern.  Für  die  Lehrbefähigung  der  Kindheitspädagog:innen wollen wir die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen. (79-80)
  • Wir wollen die Sprachförderung in den Kitas neu ausrichten. Die Ausstattung mit zusätzlichen Personalressourcen soll nicht länger von einem Anteil von 40 Prozent Kindern nicht deutscher Herkunftssprache in den Einrichtungen abhängig sein, sondern soll sich am individuellen Bedarf der Kinder in der jeweiligen Einrichtung orientieren. Jedes Kind erhält ein seinem Bedarf entsprechendes Angebot.(80)
  • Die Corona-Pandemie hat die Partnerschaft der Kitas mit den Gesundheitseinrichtungen vor Ort vor völlig neue Herausforderungen gestellt. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den bezirklichen Gesundheitsämtern war und ist eine wichtige Erfahrung für alle Beteiligten. Wir wollen diese Partnerschaft stärken und u. a. mit folgenden Maßnahmen weiterentwickeln:(80)
  • Wir wollen uns für jährliche Gesundheitsuntersuchungen der Kinder in den Einrichtungen einsetzen. Durch die finanzielle Förderung der Eigenküche wollen wir zu gesunder Ernährung in den Einrichtungen beitragen. Im Eigenanteil von 23 Euro für Verpflegung soll für jedes Kind Frühstück, Mittagessen und Vesper enthalten sein. Durch eine Änderung des Schulgesetzes wollen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass beim Übergang von der Kita in die Grundschule die kontinuierliche Fortsetzung der individuellen sonderpädagogischen Förderung der Kinder gewährleistet wird.(80)

Bündnis 90 / Die Grünen

  • Wir gehen den Kampf gegen die Armut ganzheitlich an. Denn gute frühkindliche Bildung, gute Kitas und Schulen, bezahlbarer Wohnraum, gute Arbeit, ein durchlässiges Bildungssystem, der Kampf gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, all das ist entscheidend, um Armut wirklich zu bekämpfen. Initiativen in all diesen Bereichen werden aktiv unterstützt. (63)
  • Die Entwicklung von Kindern hat bei uns höchste Priorität. Vor allem heißt das: mehr Kitaplätze, mehr gutes Personal und mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung. Fachkräfte sollen sich individueller um die Entwicklung jedes einzelnen kindes kümmern können. Das ist unser Ziel und dazu werden wir den Beruf Erzieher*in attraktiver machen (...) (88)
  • Das  multiprofessionelle  Personal  in  den  Kitas  leistet  Großartiges,  und  das  unter  häufig  schwierigen Rahmenbedingungen. Wir wissen: Qualität beginnt mit Menschen, die für Kinder da  sind.  Dabei  kommt  es  in  den  Kitas  immer  wieder  zu  personellen  Engpässen,  auch  durch  Krankheit,  Urlaub  und  Fort-   und  Weiterbildung.  Denn  in  die  gesetzliche Personalausstattung werden die Urlaubs- oder durchschnittlichen Krankheitstage nicht ausreichend eingerechnet. Wir  fordern  deshalb  eine  größere  Personalausstattung,  damit  sich  die  differenziertere  Kind-Fachkraft-Relation  verbessert  und  sich  die  Zeit  der  pädagogischen  Fachkräfte  mit  den  Kindern    erhöht.    Bei    der    Berechnung    soll    sich    die    Fachkraft-Kind-Relation    an    wissenschaftlichen  Erkenntnissen  orientieren.  Die  strukturellen  Hilfen,  zum  Beispiel  durch einen  verbesserten  Leitungsschlüssel,  mehr  Fachberatung  sowie  Verwaltungskräfte,  wollen wir  stützen  und  nach  Möglichkeit  verbessern.  Auch  um  alle  offenen  Stellen  tatsächlich  besetzen zu können, brauchen wir mehr gut qualifiziertes Personal und um das zu gewinnen, muss der Beruf attraktiver werden. (99-102)
  • Deshalb ist gut, dass es in Tarifverhandlungen gelungen ist, die Bezahlung von Erzieher*innen anzuheben. Wir werden uns darüber hinaus aber weiter für gute Arbeitsbedingungen in den Kitas einsetzen, zum Beispiel indem wir auch die mittelbare pädagogische Arbeit, wie etwa Dokumentation oder Elterngespräche, in der Berechnung des Personalbedarfs erhöhen. Denn nur wenn Erzieher*innen und Kindheitspädagog*innen ausreichend Zeit für ihre Arbeit haben, können sie diese wirklich gut und für Kinder und Eltern und nicht zuletzt auch für sich selbst zufriedenstellend ausführen. Darüber hinaus wollen    wir    den    Quereinstieg    in    den    Beruf    der    Erzieher*in    weiter    fördern    – Quereinsteiger*innen  leisten  schon  jetzt  in  Kitas  einen  essentiellen  Beitrag  und  bereichern  mit ihren vielfältigen Perspektiven den Kitaalltag. Doch wer als Quereinsteiger*in in die Kita kommt,  braucht  selbst  noch  Anleitung  und  Unterstützung.  Deshalb  muss  dem  übrigen  pädagogischen  Personal  in  den  Kitas  hierfür  Zeit  zur  Verfügung  gestellt  werden:  Die  Ausbildung  von  Quereinsteiger*innen  muss  sich  in  der  Berechnung  der  Personalstunden  entsprechend niederschlagen. Auch wollen wir qualifizierte ausländische Abschlüsse leichter und schneller anerkennen. (99-102)
  • Mehr Qualität in Berlins Kitas Die Weiterentwicklung von Qualität in der frühkindlichen Bildung ist eine Daueraufgabe – es geht um Vernetzung, darum, voneinander im Alltag zu lernen, um neue Konzepte, Monitoring und mehr Elternzusammenarbeit sowie deren Empowerment. Dafür wollen wir zusätzliche Mittel für das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi) zur Verfügung stellen. Auch das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB) wollen wir besser ausstatten. Ziel ist dabei auch, pädagogische Konzepte weiterzuentwickeln, zum Beispiel beim Spracherwerb, bei der ökologischen Ausrichtung oder dem Einsatz von digitalen Medien in der frühkindlichen Bildung. (98)
  • für die Gesellschaft stark machen beginnt mit Sprachförderung – sowohl in Deutsch als auch in den jeweiligen Muttersprachen. Bewährte Modelle wie die „Sprachkitas“ und die vielen bilingualen Kitas in Berlin wollen wir ausbauen und mit dem „Zentrum für Sprachbildung“ sowie Expert*innen für die Förderung der verschiedenen Herkunftssprachen systematisch die Ausweitung der Sprachförderung und Mehrsprachigkeit in allen Kitas angehen. Stark in die Gesellschaft starten heißt auch, dass Kinder ihre Rechte kennen. Die Verankerung der Kinderrechte sowohl in der Verfassung Berlins als auch in der frühkindlichen Bildung ist uns darum ein zentrales Anliegen. Das umfasst auch, auf den Abbau von Vorurteilen hinzuarbeiten – denn auch Kinder haben Vorurteile; Verhaltensmuster erlernen sie jedoch erst. Doch bereits Kinder im Kitaalter bringen gewisse eingeübte Rollen mit. Daher setzen wir uns dafür ein, dass vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung verstärkt ihren Platz in den pädagogischen Einrichtungen findet, Erzieher*innen entsprechend aus- und fortgebildet werden und sich die Vielfalt der Gesellschaft auch im pädagogischen Personal der Kita widerspiegelt. (99-100)
  • Eltern, die im Schichtdienst arbeiten, nutzt eine Kita, die um 17 Uhr schließt, wenig. Berlin hat mit dem MoKiS („Mobiler Kinderbetreuungsservice für Eltern mit besonderen Arbeitszeiten“) ein Angebot für genau diese Eltern – leider kennen es wenige und die Hürden sind hoch. Wir wollen den MoKiS bekannter und leichter zugänglich machen und werden eine Verzahnung dieses Angebots mit den Kitas und der Kindertagespflege entwickeln. (99)
  • In Zusammenarbeit mit IHK, HWK und den landeseigenen Betrieben wollen wir auch die Einrichtung von Betriebs-Kitas gezielt angehen. (99)
  • Die Verankerung der Kinderrechte sowohl in der Verfassung Berlins als auch in der frühkindlichen Bildung ist uns darum ein zentrales Anliegen.
  • Wir wollen darüber hinaus den Zugang zu einem Kitaplatz erleichtern, indem wir den Kita-Navigator, der eine Übersicht über freie Kitaplätze liefern soll, weiterentwickeln. Damit schaffen wir eine zentrale Plattform, auf der das Angebot an und die Nachfrage nach Kitaplätzen übersichtlich, einfach und transparent dargestellt werden.
  • Zur Unterstützung der Familien und der Träger werden wir eine Ombudsstelle einrichten, damit Beschwerden und Störungen gut und sachgerecht bearbeitet werden können. Dort, wo es Verstöße gegen die vertraglichen Verpflichtungen der Kitaträger gibt, werden wir die Kontrolle deutlich verstärken.

SPD

  • Wir wollen (vor-) schulische Bildungs- und berufliche Ausbildungstätten der Stadt barrierefrei gestalten. Besonders Kitas und Schulen werden noch stärker mit notwendigen therapeutischen, pflegerischen und sächlichen Mitteln ausgestattet und die Aus- und Fortbildungen (früh)pädagogischer Fach- und Lehrkräfte stärker auf den inklusiven Teilhabegrundsatz ausgerichtet (10)
  • Wir werden deshalb den Kitaausbau weiter beschleunigen und die Zahl der Erzieherinnen und  sowohl in der Auslbildung als auch im Beruf weiter erhöhen. Dafür nutzen wir sowohl Landesmittel als auch die zusätzliche finanzielle Unterstützung des Bundes. (15)
  • Wir sorgen für gute Betreuung von Anfang an und bauen dafür weiter Kitaplätze aus. Wir garantieren auch in Zukunft jedem Kind einen Kitaplatz. Wir sind der Überzeugung, dass ein regelmäßiger, kontinuierlicher Besuch der Kita ein wesentliches Fundament für Bildung und Teilhabe ist. Über 90 Prozent der über Dreijährigen und über 70 Prozent der über Zweijährigen Berliner Kinder besuchen bereits eine Kita. Wir wollen diese Zahlen weiter steigern. Mit einer qualitativ hochwertigen frühen Bildung sorgen wir für mehr Bildungsgerechtigkeit und entlasten Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir verbessern die Angebote für Familien mit Kindern, die einen komplexen Unterstützungsbedarf haben, beeinträchtigt oder von einer Behinderung bedroht sind. Wir sorgen für kindgerechte Räume und unterstützen Netzwerke für mehr Qualität. (43)
  • Wir werten die Erziehungsberufe auf und verbessern die Rahmenbedingungen insbesondere für Fachkräfte in belasteten Sozialräumen. Wir verbessern die Vergütung in der Kindertagespflege und entwickeln diese qualitativ weiter. Fachkräfte sollen sich innerhalb des eigenen Berufsfeldes weiterentwickeln können, auch im Hinblick auf den Umgang mit digitalen Medien. Sie bekommen so berufliche Perspektiven innerhalb ihres eigenen Berufsfeldes und bei der professionellen Weiterentwicklung des Bildungsangebotes in der Kita. Das System zur Qualitätssicherung in Kitas werden wir durch transparente, verpflichtende und datenbasierte Evaluation fortführen und weiterentwickeln. Wir unterstützen die Kitaleitungen darin, neue Lerninhalte oder Methoden zu entwickeln und werden den Leitungsschlüssel sowie den Betreuungsschlüssel bei den Unter-Dreijährigen weiter senken. Dazu nutzen wir die Mittel aus dem Gute-Kita-Gesetz des Bundes und setzen diese effektiv um (43-44)
  • Bei dieser Neugestaltung wollen wir, wo möglich, auch Räume für Betriebskitas und Aufenthaltsmöglichkeiten für Beschäftigte mit Kindern schaffen. (67)
  • Mehrsprachig aufwachsende Kinder müssen beim Erwerb der deutschen Sprache besonders unterstützt werden. Wir entwickeln aktuelle Instrumente zur Sprachstanderhebung, Sprachlerndokumentation und kultursensiblen Sprachförderung weiter, um insbesondere auf die besondere Bedeutung der Sprachenvielfalt in Berlin besser eingehen zu können. Kitas in schwieriger Lage werden durch Modelle der aktivierenden Elternarbeit mit Sozialarbeiter:innen sowie durch Modelle ehrenamtlicher Sprachpat:innen unterstützt. Wo immer es möglich ist, bauen wir die Angebote der Sprachkitas aus und entwickeln diese zu Familienzentren weiter.   (44)
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung wird in das Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege prominent mit aufgenommen. Wir werden Modellprojekte zur digitalen Dokumentation der pädagogischen Arbeit, Überwindung von Sprachbarrieren und digitalen Sprachbildung aufsetzen. Durch die Nutzung digitaler Kommunikation verbessern wir den Austausch und die Zusammenarbeit mit den Familien. (44)
  • Der Übergang von der Kita zur Schule soll zukünftig besser begleitet und gestaltet werden. Die Sprachbildung muss ohne Systembrüche zwischen Kita und Schule fortgeführt und intensiviert werden. Insbesondere wollen wir die Systeme zur Sprachstanderhebung miteinander verzahnen, damit die Schule auf der in der Kita geleisteten Bildungsdokumentation aufbauen kann. (44)
  • Mit dem Programm „MoKiS“ bietet Berlin einen öffentlich geförderten „Mobilen Kinderbetreuungsservice“ für Eltern mit besonderen Arbeitszeiten. Wir wollen berlinweit dieflexible Kinderbetreuung für Alleinerziehendeund für Eltern, die im Schichtbetrieb arbeiten, weiter ausbauen (16)
  • Wir werden ein besseres Verfahren bei der Vergabe von Kitaplätzen schaffen und unterstützen Lösungen für die Entwicklung und den Ausbau einer Online-Platzvergabe für die Kindertagesbetreuung. (16)

CDU

  • "Kitaplatz gesucht und auf Anhieb gefunden: Leider wie ein Sechser im Lotto  Leider wie ein Sechser im Lotto. Eine Familie zu gründen ist eine tolle Sache. Kann in unserer Stadt aber ganz schön stressig sein. Und kompliziert. Nämlich dann, wenn die frischgebackenen Eltern nach einem Kitaplatz für den Nachwuchs suchen. Sicher, Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Auch in Berlin. In der Praxis nutzt ihnen das leider wenig. Denn Kitaplätze sind in unserer Stadt Mangelware. Von den rund 180.000 Kitaplätzen sind Tausende nicht nutzbar, weil Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Die Politik des rot-rot-grünen Senats hat bisher wenig dazu beigetragen, die Kitaplatzkrise zu entschärfen und die Verunsicherung der Eltern zu mindern. Wir wollen Berliner Familien wieder eine verlässliche Perspektive bieten. Damit die Suche nach einem Kitaplatz nicht zu einem Spießrutenlauf wird.“
  • Wir wollen den Kitaausbau vorantreiben. Doch zuerst müssen wir die Eltern in der bestehenden Kitaplatznot entlasten. Wenn zum Beispiel in einer Kita kein Platz mehr frei ist und Eltern nur noch eine privat organisierte Betreuung bleibt, wollen wir, dass sie die Kosten dafür erstattet bekommen – und zwar schnell und unbürokratisch. Zudem fordern wir mehr Plätze in der Kindertagespflege. Wir wollen die Tagespflege als feste Stütze der Betreuungsangebote etablieren. Dazu gehört, dass die Betreuung von Kleingruppen erleichtert wird. Zum Beispiel dadurch, dass Mietverträge größerer Tagespflegestellen vom Jugendamt des jeweiligen Bezirks übernommen werden. Auch Gewerberäume landeseigener Wohnungsbaugesellschaften wollen wir für die Kinderbetreuung zur Verfügung stellen. Außerdem müssen Vergütungen für Vertretungen deutlich erhöht werden, um mehr Menschen zu finden, die im Bedarfsfall einspringen. Natürlich wollen wir auch Kitaträgern massiv unter die Arme greifen. Deshalb wollen wir den Ausbau von Kitaplätzen beschleunigen – durch gezielte und unbürokratische Unterstützung bei baulichen Maßnahmen. Kostenerstattungen durch das Land Berlin für den Kitaplatzausbau durch freie Träger sollten auf 95 Prozent der vermutlichen Mindestkosten angehoben werden. Das wären 34.200 Euro pro Kitaplatz. Derzeit erhalten Träger lediglich bis zu 25.000 Euro. Sie sehen schon, wer mehr Kitaplätze in Berlin schaffen will, braucht nicht nur einen guten Plan. Sondern auch eine Kondition wie ein Marathonläufer. Aber seien Sie versichert: Wir wollen diese Verantwortung gerne auf uns nehmen. Damit die Suche nach einem Betreuungsplatz nicht zu einem Marathonlauf für Sie und für Ihre Kinder wird.

FDP

  • Frühkindliche Bildung ist das Fundament für Chancengerechtigkeit. Ihr kommt somit in unserem Bildungssystem eine besondere Bedeutung zu. Der Grundstein dafür, dass jedes Kind seinen Lebensweg mit echten Chancen beginnt, wird noch vor der Grundschule gelegt. Nur intensive und individuelle Betreuung, Diagnose und Entwicklung können sicherstellen, dass die Marie Curies und Elon Musks von morgen nicht schon heute unter ihren Möglichkeiten bleiben. Wir setzen uns deshalb für starke Kindertageseinrichtungen (Kitas) und eine starke Kindertagespflege ein, die genug Zeit und Frühkindliche Bildung ist das Fundament für Chancengerechtigkeit. Ihr kommt somit in unserem Bildungssystem eine besondere Bedeutung zu. Der Grundstein dafür, dass jedes Kind seinen Lebensweg mit echten Chancen beginnt, wird noch vor der Grundschule gelegt. Nur intensive und individuelle Betreuung, Diagnose und Entwicklung können sicherstellen, dass die Marie Curies und Elon Musks von morgen nicht schon heute unter ihren Möglichkeiten bleiben. Wir setzen uns deshalb für starke Kindertageseinrichtungen (Kitas) und eine starke Kindertagespflege ein, die genug Zeit und Ressourcen haben, um die individuellen Potenziale ihrer Kinder zu erkennen und zu fördern. Die Qualität der Kitas lebt von der Qualität ihrer pädagogischen Fachkräfte. Deshalb sind eine angemessene Bezahlung dieser Fachkräfte sowie eine verantwortungsgerechte und nachhaltige Finanzierung der Kitas für uns unerlässlich.
  • Die Kitalandschaft ist seit Jahren von Mangel geprägt. Es fehlt an ausreichend qualifiziertem Personal und freien Kitaplätzen. Wir wollen für alle Kinder den bestmöglichen Platz zur Förderung ihrer kognitiven, motorischen, sozialen, sprachlichen, musischen und mathematischen Fähigkeiten bereitstellen. Deshalb wollen wir für alle Berliner Kitaträger die bestehenden verwaltungsorganisatorischen Hindernisse, denen sie derzeit bei ihrem Kitaplatzausbau ausgesetzt sind, beseitigen. Wir wollen eine bezirksübergreifende, vergleichbare Verwaltungsorganisationsstruktur, ein „Fast-Track-System“ auf Landesebene, in dem nur noch ein Genehmigungsantrag gestellt werden muss, der mit einer kurzzeitigen Bearbeitungsgarantie versehen ist. Mit diesem Kitabauprogramm stellen wir gemeinsam mit den freien Trägern eine gute Kitavielfalt sicher und stärken dadurch die Wahlfreiheit der Eltern.
  • Wer Kitavielfalt will, muss sie auch auskömmlich finanzieren. Die freien Träger stellen knapp 80 Prozent der Kitaplätze in Berlin und müssen daher auch in der Finanzierung den landeseigenen Kitas gleichgestellt werden.
  • Die aufwendige und zeitraubende Beantragung der Kitagutscheine seitens der Eltern soll entfallen. Stattdessen soll automatisch mit dem Ausstellen der Geburtsurkunde auch der Kitagutschein ausgestellt werden.
  • Gleichzeitig wollen wir es Kitas in freier Trägerschaft ermöglichen, für zusätzliche pädagogische Leistungen, die nicht über den Kitagutschein gedeckt sind, Beiträge zu erheben. Überbordende Bürokratie durch enge Verwendungskriterien und aufwendige Belegpflichten muss hierbei vermieden werden. Stattdessen sollen die jeweiligen Träger über die Verwendung der Zusatzbeiträge frei entscheiden können, sofern sie dabei nicht gegen Gemeinnützigkeitskriterien verstoßen. Die Kitas wissen selbst am besten, in welche Bereiche die Beiträge zum Wohle der Kinder investiert werden sollten – etwa in Sportangebote, Sprachförderung oder schlicht in zusätzliches Personal. So können weiterhin pädagogische Zusatzangebote zur Stärkung der motorischen, kognitiven, musischen, mathematischen und sprachlichen Fähigkeiten sowie der sozialen Kompetenzen angeboten werden. Die Leistungen bleiben freiwillig, und die Zuzahlungen dürfen nicht zum Aufnahmekriterium gemacht werden. Kitas dürfen keine Orte der sozialen Segregation werden. Wir entwickeln den Berliner Ansatz der Kitafinanzierung weiter. In der bisherigen Mischkalkulation mit subjekt- und objektbasierten Anteilen über ein Gutscheinsystem sollen die pädagogischen Personalkosten um eine nichtpädagogische Personalkostenpauschale ergänzt werden. So wird auch die Finanzierung für dringend erforderliche kaufmännische Verwaltungskräfte zur Entlastung pädagogischer Fachkräfte sichergestellt. Dies setzt zudem wertvolle Stunden für die pädagogische Arbeit frei und trägt dazu bei, den Betreuungsschlüssel zu verbessern oder weitere Bildungsangebote zu schaffen.
  • "Wir wollen die Schulpflicht durch ein qualifizierendes Schulvorbereitungsjahr (Vorschule) im Jahr vor der Einschulung ausweiten. Wir wollen dafür sorgen, dass Kinder ein Grundniveau an Fähigkeiten erlangen, die für den Schulbesuch notwendig sind. Neben motorischen Fähigkeiten, wie z. B. dem Halten eines Stiftes, der Benutzung einer Schere und dem Binden einer Schleife, umfasst dies die Stärkung der außerfachlichen Kompetenzen (Soft Skills), der Frustrationstoleranz, der Sprachkompetenz und des sozialen Miteinanders. Diese müssen sich im letzten Kitajahr an eindeutig definierten Lernzielen der Vorschularbeit orientieren. Für eine wirksame Bildungsarbeit mit dem einzelnen Kind ist die Anpassung der jeweiligen Fördermethode an den individuellen Entwicklungsstand unabdingbar. Wir wollen erreichen, dass die mittelbare Arbeit (u. a. Diagnostik, Beobachtungen, Elterngespräche) der pädagogischen Fachkräfte auch vollständig anerkannt wird und vollumfänglich in die Personalschlüssel einfließt. Wir wollen die Schulpflicht durch ein qualifizierendes Schulvorbereitungsjahr (Vorschule) im Jahr vor der Einschulung ausweiten. Wir wollen dafür sorgen, dass Kinder ein Grundniveau an Fähigkeiten erlangen, die für den Schulbesuch notwendig sind. Neben motorischen Fähigkeiten, wie z. B. dem Halten eines Stiftes, der Benutzung einer Schere und dem Binden einer Schleife, umfasst dies die Stärkung der außerfachlichen Kompetenzen (Soft Skills), der Frustrationstoleranz, der Sprachkompetenz und des sozialen Miteinanders. Diese müssen sich im letzten Kitajahr an eindeutig definierten Lernzielen der Vorschularbeit orientieren. Für eine wirksame Bildungsarbeit mit dem einzelnen Kind ist die Anpassung der jeweiligen Fördermethode an den individuellen Entwicklungsstand unabdingbar. Wir wollen erreichen, dass die mittelbare Arbeit (u. a. Diagnostik, Beobachtungen, Elterngespräche) der pädagogischen Fachkräfte auch vollständig anerkannt wird und vollumfänglich in die Personalschlüssel einfließt. Wir fordern die besondere Stärkung der Schuleingangsphase mittels einer Untermauerung der Entwicklungsdiagnostik für Sprachfähigkeit, Rechenfähigkeit und Selbstregulation. Dafür bedarf es verbindlicher Sprachstandardtests für alle Kinder im Alter von drei bis vier Jahren. Die Teilnahme an diesen Erhebungen ist verpflichtend, da Jahr für Jahr Hunderte Kinder durch das Raster fallen, weil die Teilnahme an den Tests nicht nachgehalten wird. Dies werden wir abstellen.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass in jeder Kita ab dem ersten Tag eine Sprachförderung stattfindet. Die Finanzierung der Sprachförderung muss unabhängig von einer normierten Quote sein.
  • Die Qualität der frühkindlichen Bildung lebt vom pädagogischen Personal. Deswegen wollen wir den Fachkräftemangel im Erziehungssektor bekämpfen und den Betreuungsschlüssel in Berliner Kitas deutlich verbessern. Wir wollen von Beginn an gut ausgebildete Fachkräfte in den Berliner Kitas. Infolgedessen wollen wir, dass das Berliner Bildungsprogramm in allen Ausbildungsformen in den entsprechenden Rahmenlehrplänen dauerhaft mit allen Lernbereichen verknüpft und überprüfbar wird. Für alle bestehenden Fachkräfte in den Berliner Kitas braucht es hochwertige Lern- und Entwicklungsbedingungen. Daher wollen wir, dass alle Kitaleitungen eine Zusatzqualifikation zur internen Evaluation durchlaufen und alle Fachkräfte auf bedarfsorientierte, verbindliche Fortbildungen zugreifen können.
  • "Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger in den Erzieherberuf müssen mit einem verpflichtenden Vorbereitungskurs das notwendige pädagogische Fachwissen erwerben, um die Qualität der Betreuung zu sichern. Perspektivisch wollen wir für Erzieherinnen und Erzieher, die dies wünschen, mehr Aufstiegsmöglichkeiten schaffen, das Berufsbild auffächern und weiterentwickeln. Sonderqualifikationen von pädagogischem Fachpersonal in Kitas wie beispielsweise sprachpädagogische Zusatzausbildungen sollen zusätzlich vergütet werden. Qualifikationen aus anderen Bundesländern müssen sofort und ohne Nachqualifizierung und solche aus dem Ausland schneller und einfacher anerkannt werden."
  • Für den Zugang zur Erzieherausbildung soll für Kandidaten und Kandidatinnen mit mittlerem Schulabschluss (MSA) die Notwendigkeit einer beruflichen Vorbildung künftig entfallen, da diese keinen inhaltlichen Bezug zur pädagogischen Tätigkeit haben muss. Stattdessen soll analog zum Zugang mit dem Abitur eine für die Ausbildung förderliche Tätigkeit von mindestens acht Wochen Dauer als Voraussetzung gelten.
  • Wir wollen den „Kita-Navigator“ schnellstmöglich durch funktionierende und erfolgreich erprobte Alternativen ersetzen, um den Zugang zu und das Finden von Kitaplätzen zu erleichtern.
  • Wir wollen eine unabhängige Ombudsstelle für den Bereich der Kindertagesbetreuung. Sie soll eine Anlaufstelle für Eltern bei Problemen und Beschwerden im Zusammenhang mit Kitas, Kindertagespflegestellen und der vorschulischen Förderung, mit der Ganztagsbetreuung in Grundschulen, mit Jugendämtern und Kitagutscheinstellen sein.

 

Die Linke

  • Wir haben das Landesprogramm Schulsozialarbeit ausgebaut, so dass mit Beginn des Schuljahres 2021/22 jede Schule, einschließlich der Oberstufenzentren, mit mindestens einer Stelle für Schulsozialarbeit ausgestattet wird. Wir wollen das Landesprogramm fortführen, weiterentwickeln und gemeinsame verbindliche Qualitäts- und Ausstattungsstandards für die verschiedenen Angebote im Bereich Schulsozialarbeit erreichen. (89)
  • Ausreichend und gut qualifizierte Fachkräfte sind die zentrale Grundlage für ein gerechtes und zukunftsfähiges Bildungssystem, das allen Kindern und Jugendlichen die besten Entwicklungschancen sichert. (89)
  • Wir müssen die Zumessungsrichtlinien ändern, sodass Teamstunden für Pädagog:innen, ein verbesserter Personalschlüssel und weitere personelle Unterstützung (auch in Schulen in sozial benachteiligter Lage) ermöglicht werden. Perspektivisch sollte zudem die Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte reduziert werden. (89)
  • Über das Landesprogramm Schulsozialarbeit wollen wir auch Stellen im öffentlichen Dienst schaffen, nicht nur bei freien Trägern. Unsere Zielstellung bleibt, eine ausreichende Vertretungsreserve von 10 Prozent für den Unterricht und die ergänzende Förderung und Betreuung (Hort) zu schaffen. Mittelfristig muss das Lernen in kleineren Klassen ermöglicht werden. (89)
  • Für eine angemessene Personalausstattung brauchen wir eine Ausbildungsoffensive für Lehrkräfte für Grund-, Ober- und Berufsfachschulen, Erzieher:innen, Integrationsfacherzieher:innen und Sozialarbeiter:innen. (89)
  • Die Kapazität an Studien- und Ausbildungsplätzen für das Lehramt, für Erzieher:innen und Sozialarbeiter:innen wollen wir dafür weiter bedarfsgerecht erhöhen. Unser Ziel ist, dass jährlich 3.000 Lehramtsstudierende für Grundschulen, Oberschulen und Sonderpädagogik die Berliner Hochschulen verlassen. (89)
  • Die Ausbildung zu Integrationsfacherzieher:innen wollen wir stärken. Dafür braucht es eine Fachschulausbildung. (89)
  • In der Erzieher:innenausbildung wollen wir die Anzahl der Dozent:innen an den Fachschulen erhöhen, um die Kooperation mit den Praxisstellen zu stärken. Wir setzen uns weiter dafür ein, den Erzieher:innen-Beruf aufzuwerten und dies auch durch eine deutlich bessere Bezahlung zum Ausdruck zu bringen. Wir wollen die Bezahlung von Erzieher:innen nach Tarifvertrag auch durch freie Träger zur Bedingung für eine Finanzierung aus Landesmitteln machen. (89)
  • Erzieher:innen in berufsbegleitender Ausbildung sollen nicht voll auf den Stellenschlüssel angerechnet werden. Es braucht auch im Ganztag Anleitungsstunden analog zum Kitabereich (3-2-1) für angehende Erzieher:innen. In der ergänzenden Förderung und Beratung (eFöB) streben wir einen verbindlichen Personalschlüssel von 1:15 statt derzeit 1:22 an. Sachfremde Tätigkeiten sollen nicht damit abgedeckt werden. Zudem soll ein maximaler Anteil der Präsenz im Unterricht festgelegt werden. Einstellungsverfahren für Erzieher:innen werden wir beschleunigen. Bei der Einstellung muss die vorherige Berufserfahrung großzügig anerkannt und berücksichtigt werden. Supervision für Erzieher:innen soll zukünftig zur Regel werden. (90)
  • Für alle Beschäftigten in den Schulen müssen gute Arbeitsbedingungen selbstverständlich werden. Es müssen feste Stundenanteile u. a. für den Kontakt zu Eltern und Schüler:innen (mittelbare pädagogische Arbeit) mit den Beschäftigtenvertretungen vereinbart werden – über die bereits vereinbarten vier Stunden für beim Land beschäftigte Erzieher:innen hinaus endlich auch bei freien Trägern. Dazu gehören Arbeitsplätze, eine Ausstattung mit digitalen Endgeräten mit WLAN-Zugang und Diensttelefone ebenso wie das Arbeiten in multiprofessionellen Teams sowie eine eindeutige Stellenbeschreibung. (91)

Bündnis 90 / Die Grünen

  • Auch an den Kitas und Schulen müssen Geschlechterstereotype hinterfragt und geschlechtliche und sexuelle Viedlfalt stärker anerkannt werden. Hierbei brauchen sie Unterstützung. Wir unterstützen die Fachstellen für queere und intersektionale Bildung, die Ansprechpersonen für LSBTIQ* an allen Berliner Schulen und die Vielfaltsbroschüre für Kita-Fachkräfte (130)
  • "und Schule als Team aus Lehrkräften, Erzieher*innen, IT-Support, Managment sowie Verwaltung und vielem mehr aufstellen. (88)
  • Damit Schule funktionieren kann, muss das Umfeld stimmen - genug Platz in den Gebäuden und Räumen, ausreichend Personal, saubere Schulen und gutes Bioessen aus der Kantine. (89)
  • Dazu gehört auch guter Ganztag, der mehr ist als Betreuung. Qualiotätstentwicklung im Ganztag und die Entwicklung von Schulqualität gehören zusammen, deshalb müssen verbindliche Qualitätsstandards für den Ganztag an allen Berliner Schulen entwicklert werden.(107)
  • Dafür wollen wir den Ganztag sozialräumlich im Kiez verankern und Kooperationen fördern, die Segregation zwischen Schulen verringern sowie den Personalschlüssel im Ganztag erhöhen, um ihn zu einer echten Förderung und Stärkung von Kindern und Jugendlichen weiterzuentwickeln. (107)

SPD

  • Unser Ziel ist eine echte Ganztagsschule mit einer engen Verzahnung von unterrichtlichen und außerunterichtlichen Akitivitäten. Neben der Verbesserung des Personalschlüssels streben wir Schulen mit möglichst rhythmisiertem Alltag an, die in den Kiez hinein offen sind. (52)
  • Zur Verwirklichung kostenfreier Angebote haben wir in den letzten Jahren den Ganztag massiv ausgebaut. Den damit einhergehenden Mehraufgaben muss jetzt eine stufenweise Verbesserung des Betreuungsschlüssels vor allem im Bereich der ergänzenden Förderung und Betreuung folgen. Auch hier fangen wir mit Schulen in herausforderndem Umfeld an. (56)
  • Ganztagsbetreuung in der Schule gibt es in Berlin seit vielen Jahren. Sie unterstützt und entlastet Familien wesentlich. Dieses Angebot soll in den nächsten Jahren qualitativ weiterentwickelt werden. (16)
  • Berliner Schulen sind keine pädagogischen Inseln. Sie wirken in ihr schulisches Umfeld hinein und arbeiten mit Partnern zusammen. Wir werden die Idee der Campus-Schule mit Leben füllen, indem wir eine Qualitätsoffensive im Ganztag starten. Unser Ziel ist eine echte Ganztagsschule mit einer engen Verzahnung von unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Aktivitäten. Neben der Verbesserung des Personalschlüssels streben wir Schulen mit möglichst rhythmisiertem Alltag an, die in den Kiez hinein offen sind. Um unsere eigenständigen Schulen zu motivieren, sich in diese Richtung zu entwickeln, braucht es Anreize, wie Teamstunden zur Kompetenzentwicklung oder freie Mittel für die Gestaltung des Ganztags. So entsteht eine echte Bildungslandschaft, in der alle Akteur:innen an einem Strang ziehen. (45)
  • Ganztagsschulen eignen sich am besten, um die Entwicklung unserer Schüler:innen zu fördern. Zur Verwirklichung kostenfreier Angebote haben wir in den letzten Jahren den Ganztag massiv ausgebaut. Den damit einhergehenden Mehraufgaben muss jetzt eine stufenweise Verbesserung des Betreuungsschlüssels vor allem im Bereich der ergänzenden Förderung und Betreuung folgen. Auch hier fangen wir mit Schulen in herausforderndem Umfeld an (49)
  • Die pädagogische Kernarbeit der Lehrkräfte und Erzieher:innen braucht Unterstützung. Teamarbeit bedeutet für uns einen Dreiklang aus pädagogischen Fachkräften, administrativer Unterstützung und durch Personal mit besonderer Expertise. Dabei stehen vor allem die Bereiche Gesundheit, Inklusion und IT im Fokus. Daneben soll möglichst jede Schule mindestens eine fest besetzte Stelle der Schulsozialarbeit in ihrem Bestand haben und auf pädagogische Unterrichtshilfen zurückgreifen können. Die unterschiedlichen Professionen der schulischen Teams unterstützen sich gegenseitig und nutzen dafür feste Kooperationszeiten (49)

FDP

  • Wir wollen, dass sich Berliner Schulen frei entfalten können. Dazu brauchen sie mehr Eigenverantwortung beider Umsetzung von Rahmen- und Haushaltsplänen sowie die Möglichkeit, ihr Personal selbstauszuwählen. Jede Schule soll neben der Schulleitung eine Verwaltungsleitung bekommen. Diese „Schulmanager“ und „Schulmanagerinnen“ sollen die Lehrkräfte und die pädagogische Schulleitung von Verwaltungsaufgabenentlasten.
  • Im Rahmen ihrer Personalautonomie wollen wir es Schulen außerdem ermöglichen, schulspezifisch multiprofessionelle Teams aus pädagogischem Personal, Verwaltungspersonal, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie Psychologinnen und  Psychologen  zu  bilden.
  • Wir wollen, dass Vertreterinnen und Vertreter von Schulen in freier Trägerschaft in schulgesetzlich verankerten Bezirks-und Landesgremien das volle Stimmrecht eingeräumt wird.
  • Dafür muss die Personalausstattung in allen Positionen der Zumessungsrichtlinie für pädagogisches Personal auf 110 Prozent angehoben werden, um den möglichst fachgerechten Vertretungsbedarf der Schulen zu decken. Damit können wir gleichzeitig gewährleisten, dass der pandemiebedingt hohe Nachholbedarf nicht zusätzlichdurch Unterrichtsausfall vergrößert wird.

 

Die Linke

  • Wir wollen dafür sorgen, dass die Jugendämter in den Bezirken so mit ausreichend qualifiziertem Personal und guten Rahmenbedingungen ausgestattet sind, dass sie ihren Aufgaben gerecht werden können. (81)
  • Für den Regionalen Sozialpädagogischen Dienst (RSD) soll der fallzahlorientierte Personalstandard von 1 zu 65 zugrunde gelegt werden. Für andere Leistungsbereiche der bezirklichen Jugendämter wollen wir ebenfalls solche fallzahlorientierten Personalstandards entwickeln.(81)
  • Wir wollen uns für verbesserte Rahmenbedingungen der Arbeit in den Jugendämtern einsetzen. Dazu gehört nicht nur das Recht auf Supervision und regelmäßige Fort- und Weiterbildung, sondern auch eine Arbeitsplatzausstattung, die sowohl räumlich mit den Arbeitsanforderungen in den Jugendämtern kompatibel ist als auch digitales Arbeiten regelhaft ermöglicht. Gerade unter den Corona-bedingten Einschränkungen einer Pandemie hat sich erwiesen, wie wichtig es ist, jederzeit und an jedem Ort den Kinderschutz zu gewährleisten und für Kinder, Jugendliche und Familien erreichbar zu sein. (81)
  • Um die Fachkräfte besser auf ihre Arbeit in den Jugendämtern vorzubereiten und die Einarbeitungszeit zu verkürzen, wollen wir uns dafür einsetzen, dass die Ausbildungsgänge in der sozialen Arbeit durch einen intensiveren Praxisbezug und durch spezielle Ausbildungsmodule auf die Arbeit in den Jugendämtern ausgerichtet werden. (81)
  • Die Personal- und Sachausstattung der Jugendamtsbereiche wollen wir mindestens im Abstand von zwei Jahren auf ihre Bedarfsgerechtigkeit prüfen und gegebenenfalls anpassen. Dies gilt auch für die Bezahlung der Fachkräfte auf allen Ebenen einschließlich der Jugendamtsleitungen.(81)
  • Wir wollen eine bedarfsgerechte Bereitstellung von Hilfen zur Erziehung. Sie sollen frühzeitig zur Verfügung stehen und so wirken, dass den Kindern und Familien geholfen werden kann, ehe schwerwiegende Probleme entstehen. Dafür haben wir 2020 in allen Bezirken Flexi-Budgets eingerichtet. Ihre Entwicklung wollen wir durch ein fachliches Monitoring begleiten und finanziell weiter unterstützen. Die Finanzierung der Hilfen zur Erziehung wollen wir in gemeinsamer Verantwortung von Land und Bezirken neu ausrichten. Hilfen für junge Volljährige gemäß § 41 SGB VIII sollen dem Bedarf entsprechend ausgebaut und finanziert werden. Kein Bezirk soll auf den Mehrkosten sitzen bleiben. Wir wollen die Voraussetzungen für die Erbringung von Hilfen zur Erziehung in kommunaler Verantwortung schaffen. (81-82)
  • Wir wollen, dass die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit von qualifizierten Beschäftigten in „guter Arbeit“ erbracht werden. Die Bewilligung von staatlichen Zuwendungen wird schrittweise an die tarifliche Entwicklung gekoppelt. Wir schlagen zur Stärkung der Tarifbindung im Zuwendungsbereich ein Landestarifbindungsgesetz vor. Damit einhergehende höhere Zuwendungen an die Träger sozialer Arbeit werden vom Land Berlin zusätzlich finanziert. (82)

Bündnis 90 / Die Grünen

  • Wer Familien gut unterstützen will, muss auch die im Blick haben, die ihnen helfen. Es ist dringend nötig, den Sozialarbeiter*innen und anderen Fachpersonal sowohl eine langfristige Perspektive zu bieten als auch ihre Arbeit besser zu entlohnen. Dass Sozialarbeiter*innen wie Erzieher*innen nach den Tarifverhandlungen der Länder in Berlin mehr Geld bekommen, ist richtig. Die Tatsache, dass viele Einrichtungen nur projektfinanziert sind, stellt viele der hier Angestellten immer wieder vor Herausforderungen: Wer im Dezember oder gar im Januar noch nicht weiß, ob er*sie weiterhin eine Arbeit hat, kann sich kaum auf die Probleme der Kinder konzentrieren. Da Arbeit mit Kindern und Familien langfristige Beziehungsarbeit ist, wollen wir mehr Einrichtungen dauerhaft finanzieren. (98)
  • Jugendhilfe funktioniert dort besonders gut, wo sozialraumorientiert und damit präventiv gearbeitet wird. Andernorts explodieren die Fallkosten. Über das Familienfördergesetz wollen wir Kiez-Teams aufbauen, die bei Meldungen Familien, Senior*innen und Einzelpersonen aufsuchen und Unterstützung leisten. Dabei sollen "Frühe Hilfen", die Stadtteilmütter, Jugendeinrichtungen, Schulen, Sportvereine, die Jobcenter oder die Schuldnerberatung eng miteinander kooperieren. Die sogenannten "67er-Hilfen" in der Sozialhilfe, also Leistungen zur Überwindung von sozialen Schwierigkeiten, wollen wir in den Bezirken einheitlich anwenden. (45)
  • Darüber hinaus wollen wir Tarifbindung und Tariftreue auch bei Zuwendungs- und entgeltfinanzierten Leistungen, beispielsweise in der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe, befördern. (94)
  • Während der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie wenig Platz im öffentlichen Raum  für Kinder zur Verfügung steht. Um das zu ändern, sollen Schulhöfe oder Turnhallen auch am Wochenende geöffnet sein und einen Ort der Begegnung und Bewegung im Kiez bieten. Dafür soll mit Einrichtungen der Jugendhilfe sowie mit lokalen Nachbarschaftsakteuren kooperiert werden. (104)
  • Ordnungs,- Jugend- und Sozialämter müssen angemessen ausgestattet werden, damit sie ihre Aufgaben zuverlässig und flächendeckend wahrnehmen können. (132)
  • Hierfür werden wir die beteiligten Fachkräfte weiterbilden und Jugendämter personell so gut ausstatten, dass sie sich an den Verfahren beteiligen können. (99)

SPD

  • Für einen guten Kinderschutz bauen wir Beratungs- und Unterstützungsangebote aus. Dafür tragen Jugendämter eine große Verantwortung, deren Arbeit wir technisch, personell und finanziell so absichern, dass der Kinder- und Jugendschutz gewährleistet werden kann, junge Menschen in Not immer geeignete Ansprechpersonen finden und die Kinder- und Jugendhilfe insgesamt gestärkt wird. (59)