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PromovierendeWir brauchen keinen Tarifvertrag, sondern Mindeststandards für gute Arbeit

In dem Mitte September veröffentlichen Papier hat die Junge Akademie die Missstände in der Finanzierung und sozialen Absicherung der Doktorand*innen kritisiert. Doch ein Tarifvertrag nur für die Promotionsphase ist weder zielführend noch praktikabel.

05.10.2020

Die Junge Akademie sieht darin ein gesamtgesellschaftliches Problem und fordert einheitliche und faire Arbeitsverhältnisse für Promovierende. Um das zu erreichen plädiert die Junge Akademie für einen eigenen Tarifvertrag für Promovierende.

Die GEW und die Vertretung des akademischen Mittelbaus fordern seit langem wissenschaftsadäquate tarifvertragliche Lösungen für alle Beschäftigten an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Diese müssen nicht nur den Besonderheiten des modernen Wissenschaftssystems, sondern auch der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung gegenüber den Beschäftigten in diesen Einrichtungen Rechnung tragen. Dazu gehört, dass  die bestehende „Tarifsperre“ für Regelungen zur Ausgestaltung befristeter Arbeitsverhältnisse für das wissenschaftliche Personal aufgehoben werden muss.

Ein gesonderter Tarifvertrag nur für die Phase der Promotion ist weder zielführend noch praktikabel. Einerseits sind die Promovierenden hochqualifizierte Akteure im Gesamtkomplex der Hochschulen und Forschungseinrichtungen und keine Auszubildenden.

Viele Ursachen für die prekäre Situation der befristet Beschäftigten können behoben werden, wenn die Gremien der akademischen Selbstverwaltung und die Hochschulleitungen, die mehrheitlich von Professorinnen und Professoren bestimmt sind, entsprechende Entscheidungen zur Sicherung der Mindeststandards für gute Arbeit in der Wissenschaft treffen und umsetzen würden. Schon heute gibt es, wenn auch wenige, praktische Beispiele dafür.

Die GEW BERLIN und die Landesvereinigung Akademischer Mittelbau treten gemeinsam mit anderen hochschulpolitischen Akteuren im Forum Gute Arbeit der Berliner Senatskanzlei für Wissenschaft  und in anderen Bündnissen für eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft ein.