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Schwerpunkt: Demokratie macht Schule

Selbstwirksamkeit erfahrbar machen

Anne Gabrikowski, Lehrkraft der Adolf-Reichwein-Schule, einem sonderpädagogischen Förderzentrum für Lernen und Geistige Entwicklung in Neukölln, zeigt, wie Demokratie Jugendliche bestärken kann, an sich selbst zu glauben.

Stressed School Teacher
Foto: Adobe Stock

Wir leben in einer Demokratie und Demokratie fordert mehr als die Wahl politischer Vertreter*innen. Sie muss gelebt werden und dies auch in der Schule. Wenn also eine Gesellschaft gewollt ist, zu der alle ihren Teil beitragen und ihre Diversität abgebildet wird, müssen wir in der Schule entsprechende Bedingungen und Möglichkeiten der Partizipation schaffen. Denn eigentlich sind wir doch alle Teil der Gesellschaft. Doch sehen sich nicht alle als akzeptiert in dieser. Als Lehrerin im Norden Neuköllns, wie auch als Sonderpädagogin wird mir täglich vor Augen geführt, dass vielen Jugendlichen ihr eigener Wert unbekannt ist oder sie gar denken, nichts wert zu sein. Es gilt sie dabei zu unterstützen, ihren individuellen Wert zu erkennen und sich selbst wertzuschätzen. Der Aspekt der Selbstwirksamkeit sollte somit auch in einer demokratiepädagogischen Schulentwicklung von Bedeutung sein. Nur so können Jugendliche ein kritischer und reflektierter Teil der Gesellschaft werden und diese mitgestalten. Dafür müssen auch wir als bildungspolitische Akteur*innen immer weiter lernen und Schule zu einem demokratischen Ort machen, welcher Jugendlichen die Erfahrungen ermöglicht, die sie benötigen, um sich entsprechend ihrer Möglichkeiten zu entwickeln. Es gilt unabhängig von Herkunft, Klasse oder Geschlecht Erfahrungen der Partizipation zu schaffen, die nicht auf eine Leistung im Sinne marktwirtschaftlicher Produktivität, sondern bestmöglicher individueller Entwicklung ausgerichtet ist.

Ferner glaube ich nicht, darauf hoffen zu können, dass in naher Zukunft finanzielle Zuschüsse wie strukturelle Verbesserungen eintreten werden. Dementsprechend müssen wir die Herausforderung annehmen und den Mut haben, den Status quo zu ändern. Dabei dürfen wir bestehende Handlungsrahmen nicht als Entschuldigung nutzen, sondern als Möglichkeit betrachten, im Hier und Jetzt Umgestaltung zu wagen.

Ich erhoffe mir, dass das Studium der Demokratiepädagogischen Schulentwicklung an der FU nicht nur einen theoretischen Rahmen bietet, sondern den kommunikativen, kreativen und vor allem kritischen Raum für Veränderung.

Das hoffen natürlich auch die Dozent*innen. Sowohl die Senatsverwaltung Berlin als auch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg stellen Lehrkräften für die Studienteilnahme Stipendien in Höhe der Studiengebühren in Aussicht, um die Demokratieentwicklung an Schulen zu fördern.

Kontakt
Markus Hanisch
Geschäftsführer und Pressesprecher