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Standpunkt

Starke Mitglieder – starke Gewerkschaft

Wieviel wir erreichen, hängt entscheidend von unserer Organisierung an der Basis ab.

Foto: Fotostudio Charlottenburg

Tausende von uns haben in den letzten Wochen für eine Verteidigung unserer Reallöhne im TV-L gestreikt. Besonders stark konnten wir in denjenigen Schulen, Kitas, Universitäten und Jugendämtern mobilisieren, wo es gewerkschaftliche Betriebsgruppen und aktive Vertrauensleute gibt. Nichts geht mehr, wenn gut organisierte Beschäftigte gemeinsam ihre Arbeit liegen lassen und die Einrichtung schließen. Wer das schon einmal selbst erlebt hat, kennt das empowernde Gefühl, die Ohnmacht einmal überwinden zu können.  

Nicht überall läuft es so ab. Dort, wo nur ein geringer Teil der Beschäftigten streikt, gelingt es der Leitung eher, Streikende einzuschüchtern und von der Wahrnehmung eines Grundrechtes abzuhalten. Der einzige Weg, wirkmächtiger zu werden, ist eine sichtbare gewerkschaftliche Vertretung vor Ort. Die GEW BERLIN ist über ihre Basisstrukturen in den Bildungseinrichtungen ansprechbar und macht Solidarität unter Kolleg*innen erfahrbar.

Betriebsgruppen der GEW BERLIN sind Orte, an denen Kolleg*innen offen reden, ihrem Ärger Luft machen und planen können, wie sie gemeinsam Veränderungen anstoßen können. Betriebsgruppen sind die Basis gewerkschaftlicher Arbeit, das Organ der Gewerkschaftsmitglieder in der Einrichtung. Sie wählen aus ihrer Mitte eine Vertrauensperson, die die GEW BERLIN in der Einrichtung repräsentiert. Vertrauensleute sind ehrenamtlich Aktive. Sie informieren ihre Kolleg*innen über die Arbeit der GEW, nehmen die Anliegen der Kolleg*innen auf und tragen sie – zum Beispiel über Vertrauensleutekonferenzen – in die gewerkschaftliche Debatte. So befördern sie eine demokratische Interessenvertretung in Betrieb und Gewerkschaft.

Aber solche Strukturen entstehen nicht von selbst. Es braucht aktive Mitglieder in den Einrichtungen, die die Initiative ergreifen. Die Bezirks- und Abteilungsleitungen der GEW unterstützen sie dabei mit Rat und Tat, mit der Schulung von Vertrauensleuten, mit Vernetzung und Austausch über die eigene Schule, Kita oder Jugendhilfeeinrichtung hinaus. Die hohe Arbeitsbelastung in vielen Bereichen wie auch private Verpflichtungen erschweren gewerkschaftliches Engagement. Ein niedriger gewerkschaftlicher Organisationsgrad wie in manchen Bereichen der Wissenschaft kann erstmal entmutigen. Hier finden wir zusammen Wege, mit einer niedrigschwelligen Vernetzung im eigenen Arbeitsbereich anzufangen.

Schon kleine erste Schritte schaffen Präsenz und ermutigen andere: ein Schwarzes Brett für Infomaterial der GEW, Ansprache auf das Tarifergebnis bei der Mittagspause, ein gemeinsam eingebrachter Antrag in der Gesamtkonferenz oder Betriebsversammlung.

Jede Forderung ist nur so gut wie wir als Kolleg*innen stark genug sind, diese durchzusetzen. Und jede Gewerkschaft kann nur so stark sein, wie sie aktive Mitglieder vor Ort hat. Fördern wir somit unsere Verankerung, unterstützen und informieren wir unsere Kolleg*innen, beteiligen wir uns in der GEW BERLIN. Der Vorstandsbereich Mitgliederaktivierung und Mitgliederzeitschrift hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Strukturaufbau voranzutreiben und zu begleiten.

 

Kontakt
Markus Hanisch
Geschäftsführer und Pressesprecher