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Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr an vielen Berliner Schulen über den Einsatz in der Truppe informiert. »Die Linke« hat dazu eine schriftliche Anfrage gestellt.

05.02.2018 - von Lore Nareyek

Werbeveranstaltungen der Bundeswehr kritisiert die GEW schon seit Langem. Leider haben 2017 rund 2.000 Schüler*innen in Verantwortung der jeweiligen Schulen an Werbeveranstaltungen der Bundeswehr teilgenommen. Veranstaltungen, in denen an Abenteuerlust und Teamgeist appelliert, ein sicherer Arbeitsplatz, gute Bezahlung und Karrieremöglichkeiten in Aussicht gestellt werden. Die Linken-Abgeordneten Franziska Brychcy fragte die Senatsbildungsverwaltung nach Details zur Kooperation von Bundeswehr und Schulen. Demnach gab es mehrere Truppenbesuche und an 41 Schulen Vorträge von Jugendoffizier*innen in den Jahrgangsstufen 9 bis 12, in Verantwortung der Bundeswehr. Die Senatsverwaltung gibt an, keine Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr abschließen zu wollen, eine Information der Schulen über alternative Veranstaltungen mit Organisationen des Zivil- und Katastrophenschutzes oder der Friedensbewegung, erachtet sie allerdings für nicht notwendig.

Die Bundeswehr hat auch eine teure Werbekampagne gestartet, für 2017 immerhin knapp sieben Millionen Euro. Die sinkenden Bewerber*innenzahlen und negative Schlagzeilen sollten wettgemacht werden, die da wären: Neonazis in der Truppe, Übergriffe auf Soldatinnen, traumatisierte Soldat*innen nach einem Afghanistan-Einsatz und eine miserable Ausstattung. Auf YouTube sitzen dann Held*innen in Panzern, fliegen im Leopard-Kampfhubschrauber über die Wüste, heldenhaft schützen sie angeblich Mali. Dass drei von ihnen aber gerade wegen technischer Mängel ihr Leben lassen mussten, erfährt man natürlich nicht.

Noch gilt Paragraph 1 des Berliner Schulgesetzes, laut dem wir unsere Schüler*innen zur »friedlichen Verständigung der Völker« erziehen und nicht etwa einer, laut dem wir sie als Entscheider*innen über Leben und Tod zur Bundeswehr schicken sollen.